Leser fragen, der OB antwortet

Herr Ude, warum nimmt der Fluglärm zu?

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Eine Condor-Maschine kurz nach dem Start am Airport.

München - Ein tz-Leser will wissen, ob im Münchner Flugschneisen in den Münchner Norden verlegt wurden. Lesen Sie hier die Antwort von Oberbürgermeister Christian Ude:

Frage:

Ich wohne in der Lerchenau und bin des Öfteren mit dem Fahrrad unterwegs nach Feldmoching oder weiter nach Norden ins Dachauer Moos. Seit einigen Monaten habe ich den Eindruck, dass die Flugschneisen des Münchner Flughafens in das nördliche Stadtgebiet verlegt wurden. Noch vor einem Jahr ist mir bewusst kein Flugverkehr oder Fluglärm über unserem Viertel aufgefallen. Aktuell dröhnen oft im Minutentakt die Flieger über uns hinweg.

Günter Barta, per E-Mail 

Antwort:

Ihr Eindruck, dass die Flugrouten geändert wurden, trifft zu. Entschuldigen Sie bitte, dass die folgenden Sätze sehr bürokratisch klingen, aber Sie wollen ja eine umfassende und rechtliche Antwort. Hier ist sie: Das Bundesauf-sichtsamt für Flugsicherung ist gemäß § 27a Abs. 2 Satz 1 Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) ermächtigt, die Flugverfahren für An- und Abflüge zu und von Flugplätzen mit Flugverkehrskontrollstelle durch Rechtsverordnung festzulegen. Die Rechtsverordnung wird im Bundesanzeiger verkündet. Da hiervon Flugverkehr betroffen ist, der in Höhen von 1000 bis 3000 m über Grund stattfindet und Luftfahrzeuge in diesen Höhen keine rechtlich relevanten Lärmauswirkungen am Boden hervorrufen können, sind Gesichtspunkte des Lärmschutzes vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung bei der Festlegung der Flugrouten nicht vorrangig zu berücksichtigen. Im Jahre 2010 trat die 8. Änderungsverordnung (ÄV) der 237. Durchführungsverordnung zur Luftverkehrsordnung (LuftVO) (Festlegung der An- und Abflugverfahren nach Instrumentenflugregeln zum und vom Verkehrsflughafen München) in Kraft, mittels der einzelne zur Verfügung stehende Abflugverfahren sowie die Radarführungsstrecken zur südlichen Piste geändert wurden. Mit Wirkung vom 18. November 2010 wurde der Anflugbereich des „TRANSITION TO FINAL APPROACH“-Verfahrens (Flugverfahren beim Endanflug) der Piste 08R (Südpiste, Anflüge erfolgen von Westen her kommend), der bis zu diesem Zeitpunkt im Großraum München ungefähr im Bereich Gauting bis südlich Haar verlief, nach Norden verschoben. Nun verläuft das entsprechende Segment im Bereich München ungefähr von Gräfelfing bis Bogenhausen. Dies entspricht dem Streckenverlauf vor dem 16. Februar 2006. Ziel dieser Modifikation war im Wesentlichen eine Optimierung der betrieblichen Abläufe bei der Flugverkehrskontrolle bezüglich IFR-An- und Abflügen (nach Instrumentenflugregeln) zum und vom Verkehrsflughafen München. Leider besitzt die Stadt München keine eigenen rechtlichen Befugnisse, auf den Flugverkehr über dem Stadtgebiet einzuwirken. Dennoch werde ich mich auch in Zukunft mit Nachdruck für eine Verbesserung der derzeitigen Fluglärmsituation einsetzen.

Liebe tz-Leser, bitte ­richten Sie Ihre schriftlichen Fragen an OB Ude ­unter dem ­Stichwort „tz-Leser ­fragen den OB“ per Post an die Lokalredaktion, 80282 München, per Fax an die Nummer 089/530 65 67 oder per E-Mail an: lokales@tz.de.

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