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Pächter setzen sich zur Wehr

Kleingartensiedlung von 1922 soll plattgemacht werden

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Die Moosacher Kleingärtner wollen sich wehren.

München - Eine Investoren-Gemeinschaft will die Kleingartensiedlung in der Hartmannshofer Straße in Moosach platt machen und teure Häuser darauf setzen. Die Pächter wehren sich.

Jahrelang haben sie Obst und Gemüse angebaut, ratschten in der Sonne und genossen das Leben. Die 22 Pächter lieben ihre Kleingartensiedlung an der Hartmannshofer Straße, die 1922 gegründet wurde. „Es ist unser kleines Paradies“, sagt Uwe Krapoth (58). „Doch leider werden wir demnächst wohl vertrieben.“ Denn eine Investoren-Gemeinschaft will die Gärten platt machen und teure Häuser darauf setzen.

Möglich ist das nur, weil die Stadt die Kleingarten-Siedlung umgewidmet und der Innenstadt zugeordnet hat – vorher gehörte sie noch zum Außenbereich in Moosach, wo gar nicht gebaut werden durfte. Das Problem: „Dort war sie wohl schützenswerter. Jetzt gilt das Kleingartengesetz anscheinend nicht mehr viel“, sagt Krapoth frustriert.

Der Schock für die Kleingärtner: Mehrere Investoren haben das Gelände günstig vom Eigentümer gekauft. Sie planen, sieben Häuser mit insgesamt 14 Doppelhaushälften darauf bauen lassen. Der Wert für Käufer: jeweils rund 800 000 Euro. Die Investoren könnten 11,2 Millionen Euro einnehmen!

„Wir fühlen uns getäuscht“, sagt Uwe Krapoth. „Von solchen Absichten war nie die Rede.“ Die neuen Grundstückseigentümer hätten eine Bebauung immer von sich gewiesen. Das hat sich aber geändert!

Gegen diese Pläne zogen die Kleingärtner vor Gericht. In erster Instanz gewannen sie sogar – die Zivilkammer des Landgerichts hatte sie in ihrem Status bestätigt. Ihr Pachtvertrag wog damit schwerer als die Bauabsichten. Gegen diese Entscheidung hatten die Investoren aber Revision eingelegt. Seit zwei Jahren prüft das Oberlandesgericht den Fall.

Gestern kam es zur nächsten Verhandlung. Sie endete aber schon nach fünf Minuten wieder. Denn wie sich herausstellte, gibt es Gespräche über einen möglichen Vergleich. Darüber beraten die Investoren mit dem Bahn Landwirtschaft Hauptverband e.V. – also dem Zwischenpächter, bei dem die Kleingärtner pachten. Sie werden ihre Gärten damit wohl verlieren, aber eine finanzielle Entschädigung erhalten.

„Das ist sehr bitter. Wir wurden von dieser Nachricht überrascht und fühlen uns über den Tisch gezogen“, sagt Krapoth. „Schade, dass es nur noch ums Geld geht. Für uns ist der Verlust unbezahlbar.“

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