Kuriose Suche der Polizei

Ey Mann, wo ist mein Auto - und wo meine Familie?

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Die Polizei war mit Hunden unterwegs, um die Spuren des Mannes zurückzuverfolgen.

Moosach - Ein unsichtbarer Unfall, eine verschwundene Familie und eine kuriose Spurensuche: Eine fast unglaubliche Geschichte erlebte die Polizei mit einem Rentner (72) aus Oberfranken.

Eine "fast unglaubliche Geschichte" heißt es auch im Pressebericht der Münchner Polizei. Und diese hat sich demnach so ereignet: Am vergangenen Samstagabend war eine Streife der Polizeiinspektion 44 (Moosach) gerade dabei einen Unfall aufzunehmen, als sie von einem 72-jährigen Rentner aus Oberfranken angesprochen wurde. Der Mann gab an, ebenfalls einen Verkehrsunfall gehabt zu haben. Er sei gegen eine Leitplanke gefahren. Die Beamten baten ihn zu seinem Fahrzeug zurückzukehren und dort auf sie zu warten.

Der 72-Jährige konnte sich an nichts mehr erinnern

Kurze Zeit später kam der 72-Jährige wieder zurück und sagte, dass er die Unfallörtlichkeit und sein Auto, in dem seine Frau und sein Sohn saßen, nicht mehr finden würde. Da die Streife zwischenzeitlich mit der Unfallaufnahme fertig war, fuhren sie mit dem Herrn die betreffenden Örtlichkeiten ab. Eine Unfallstelle konnte jedoch nicht ausfindig gemacht werden.

Zur weiteren Abklärung fuhren alle zusammen auf die Wache. Der 72-Jährige zeigte sich sehr verwirrt und konnte über die letzten Tage keine ausreichenden Angaben machen. Über Recherchen konnte die Polizei die Tochter des Rentners in Oberfranken ausfindig machen. Die Frau gab an, dass sich ihre Eltern und ihr Bruder im Urlaub in Oberbayern befinden würden. Sie konnte jedoch nicht sagen, wo genau das wäre. Nun wurden die Polizeipräsidien von Oberbayern Nord und Oberbayern Süd von dem Sachverhalt informiert und gebeten, die Autobahnen rund um München nach etwaigen Unfallstellen abzusuchen. Diese Nachschauen verliefen allesamt negativ.

Auch verschiedene Pensionen im Nahbereich wurden angefahren, um zu schauen, ob das Fahrzeug der Familie dort stehen würde. Der 72-jährige Rentner verbrachte die Nacht bei der Polizeiinspektion 44, wo er am nächsten Morgen von seiner Tochter abgeholt werden sollte, falls es bis dahin keine neuen Entwicklungen geben sollte.

Mantrailer-Hunde sollten Spuren des Mannes zurückverfolgen

Am Sonntagmorgen ließ die Polizei die Hunde los: Mantrailer-Hunde aus Starnberg sollten die Spur des Mannes zurückverfolgen. Während der Absuche mit den Hunden meldete sich die Besitzerin der Pension, in der die Familie Urlaub machte, bei der Polizei. Die Pensionsinhaberin gab an, dass die Familie bereits am Dienstag abgereist sei. Normalerweise würden sie sich immer melden, sobald sie gut in Oberfranken angekommen waren. Dies war dieses Mal jedoch nicht der Fall.

Ehefrau und Sohn spurlos verschwunden

Nachdem nun bekannt war, wo die Familie Urlaub gemacht hatte, wurden noch einmal die Einsatzzentralen Oberbayern Nord und Süd informiert. Von dort aus wurden die Rettungsleitstellen der Landkreise entlang einer möglichen Reiseroute kontaktiert, um in Erfahrung zu bringen, ob die Ehefrau des 72-Jährigen und ihr Sohn in einem Krankenhaus aufgenommen wurden. Auch diese Recherchen verliefen negativ.

Autopanne in Frankreich

Auf Gut Glück rief eine Polizeiobermeisterin der Polizeiinspektion 44 bei der Pannenhilfe eines Automobilclubs an und konnte nach hartnäckigen Ermittlungen erfahren, dass der 72-Jährige mit seinem Pkw in Frankreich eine Panne gehabt hätte. Von dort sei er zurück nach Deutschland gekommen und habe ein Mietfahrzeug erhalten. Mit Hilfe dieser Informationen und dem Kennzeichen des Mietwagens machte sich eine Streife auf die Suche nach dem Fahrzeug. Sie konnte den Wagen schließlich auf dem Parkpatz eines Supermarktes in der Dachauer Straße feststellen. In dem Fahrzeug saßen wohlbehalten die Ehefrau sowie der Sohn.

Als Ergebnis aller Nachforschungen stellte sich heraus, dass sich die Familie am Dienstag von der Pension in Fischbachau, wo sie urlaubten, auf den Heimweg nach Oberfranken gemacht hatte. Sie verfuhren sich und machten einen „kleinen Umweg“ über Frankreich. Dort hatten sie eine Panne und wurden von einem Abschleppunternehmen zurück nach Deutschland gebracht, wo sie vom Automobilclub ein Mietfahrzeug erhielten. Mit dem machten sie sich wiederum auf die Heimreise. Auf der Autobahn A 99, kurz nach dem Allacher Tunnel, touchierte der Rentner mit seinem Mietwagen die Leitplanke und fuhr deshalb an der Abfahrt Ludwigsfeld von der Autobahn ab. Er folgte der Straße und landete so auf dem Parkplatz des Supermarktes. Dies war auch der Unfall, an den sich der 72-Jährige erinnern konnte.

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