Parkwege zuasphaltiert – ein Irrtum?

Moosacher sind sauer: „Betoniert uns doch nicht zu!“

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„Jetzt zieht sich ein erdrückender, schwarz glänzender Fluss durch unsere Anlage“, ärgert sich die Anwohnerin Heidi Pongratz-Aschauer (li.). Robert Mares (re.) fordert einen Rückbau, hat sogar eine Petition gestartet.

Es klingt erstaunlich, aber in Moosach hat des Baureferat in einer Grünanlage alle Wege zuasphaltiert. Anwohner und Lokalpolitiker sind entsetzt. Jetzt ist die Rede von einem Missverständnis. Die Arbeiten wurden gestoppt.

Als der Bezirksausschuss (BA) Moosach im Juli vergangenen Jahres die Asphaltierung eines Teilstückes der Grünanlage zwischen Bauberger-, Netzer- und Vilniusstraße unterstützte, rechnete keiner der Lokalpolitiker damit, dass die Umsetzung derart über die Stränge schlagen würde: Rund 600 Quadratmeter wurden pechschwarz zuasphaltiert – versehentlich.

Asphaltierte Wegenetz soll wieder verschwinden

Für die Anwohner ist es ein massiver Eingriff in ihr Wohnumfeld und die Natur. „Statt eines etwa 130 Meter langen Verbindungsstückes, wurden jetzt über die Hälfte der Wege asphaltiert “, sagt Anwohner Robert Mares. Er will unbedingt, dass das asphaltierte Wegenetz wieder wegkommt. „Jetzt zieht sich ein erdrückender, schwarz glänzender Fluss durch unsere Anlage,“ sagte auch Anwohnerin Heidi Pongratz-Aschauer. Dabei sollte ursprünglich nur für die in der angrenzenden „Arche Noris“ lebenden Senioren ein behindertengerechter Zugang erschlossen werden. Ein kurzes, gut beleuchtetes und winterdiensttaugliches Verbindungsstück zur neuen Bushaltestelle in der Baubergerstraße zu schaffen, war das Ziel. Darin waren sich BA und Baureferat einig. Dachte man zumindest in Moosach.

Umso größer ist nun die Uneinigkeit darüber, was dann tatsächlich passiert ist. Laut Dagmar Rümenapf, die Sprecherin des Baureferats, bat der BA „um Prüfung, ob ein Verbindungsweg oder – als weitere Variante – möglicherweise die Befestigung aller Grünanlagenwege sinnvoll wäre.“ Armin Ziegler, Vorsitzender des Unterausschusses Umwelt im BA, ist darüber überrascht: „Wir wollten, dass so wenig wie möglich in den Park eingegriffen wird“, sagte Ziegler auf Anfrage unserer Zeitung. „Für uns ging es um den Verbindungsweg – hier liegt eindeutig ein Missverständnis vor“.

Das Baureferat hat die Arbeiten jetzt gestoppt.

Die Moosacher Lokalpolitiker teilen die Meinung der Anwohner, dass das Ergebnis völlig überzogen ist. Ein totaler Rückbau scheint aber auch nicht die Lösung. Darin sind sich die BA-Mitglieder fraktionsübergreifend einig und bleiben bei ihrem im vergangenen Jahr gefassten Beschluss: „Wir müssen dort das grundlegende Problem natürlich lösen“, so Hannelore Schrimpf (SPD). Denn: „Die Schotterwege waren nie ausreichend verdichtet, Rollstuhl- und Rollatorfahrer sind stecken geblieben.“ Eine Lösung der Misere könnte also nicht nur der teilweise Rückbau der Wege, sondern auch die sinnvolle Befestigung der ursprünglichen Schotterwege durch tiefgreifende Sanierungsmaßnahmen. Die Bauarbeiten in der Grünanlage wurden laut der Pressestelle des Baureferats vorerst bis auf Weiteres eingestellt.

Nun soll ein Orttermin mit Vertretern der MVG, der Anwohner und des Seniorenheimes eine einvernehmliche Lösung für alle Beteiligten bringen. Interessierte Bürger können sich daneben an einer von Robert Mares ins Leben gerufenen Online-Petition gegen die Asphaltierung der Wege unter www.change.org beteiligen.

NICOLE ZOBEL

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