Der Zerfall hat ein Ende

Eine der ältesten Gaststätten Münchens steht leer - Das ist der Rettungsplan

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Der „Spiegl“ soll wieder aufblühen: Augustiner-Chef Martin Leibhard (re.) mit SPD-Stadtrat Alexander Reissl.

Eine der ältesten Gaststätten Münchens, der Moosacher Spieglwirt stand seit 2017 leer. Nun will ihn die Augustiner Brauerei neu erstrahlen lassen, doch die Sanierung des Häuschens wird lange dauern.

Die hellgrüne Farbe der Fensterläden bröckelt, die Fassade ist mit Graffitis beschmiert und auch das Dach hat schon bessere Tage gesehen – dass der Spieglwirt eineinhalb Jahre leerstand, ist kaum zu übersehen. Doch der Zerfall hat ein Ende: Lokalpolitiker, Geschichtsverein und Bürger setzten sich für den Erhalt des denkmalgeschützten Wirtshauses ein und fanden einen Käufer: Augustiner übernimmt das 1849 gebaute Traditionsgasthaus. 

Der Spieglwirt ist eine der ältesten Gaststätten Münchens

Die älteste Brauerei Münchens und eine der ältesten Gaststätten der Landeshauptstadt – das passt. Bevor es aber passte, dauerte es: Nachdem den letzten Pächtern im November 2017 die Kündigung ins Haus flatterte, war Anfang 2018 Schluss mit dem Wirtsbetrieb. In den darauffolgenden Monaten verfiel das sanierungsbedürftige Gebäude mehr und mehr. Dass dort mal Prinzregent Luitpold höchstpersönlich einkehrte – kaum vorstellbar. 

Der Moosacher Bezirksausschuss sowie der Geschichtsverein schlugen Alarm: Irgendwie muss das Gebäude gerettet werden. Doch lange war unklar, was mit einer der ältesten Gaststätten Münchens passiert. Wohnbebauung in kleinen Einheiten? Erhalt der ursprünglichen Zwecknutzung? Einen solventen Käufer für das heruntergekommene Grundstück zu finden, gestaltete sich schwierig. Auch die verantwortliche Erbengemeinschaft war ratlos und verweigerte konkrete Stellungnahmen. Bis nun schließlich Augustiner Bräu auf den Plan trat und sich zum Kauf entschloss. 

Moosacher Spieglwirt soll an Glanz alter Zeiten anknüpfen

Einen Zeitplan für die Wiedereröffnung der Gaststätte gibt es noch nicht, rund zwei Jahre können die Renovierungsarbeiten dauern, heißt es: „Wir werden die Wirtschaft in guter Münchner Sitte weiterführen“, stellt Martin Leibhard, Geschäftsführer der Brauerei, allerdings schon jetzt in Aussicht. Geplant ist ein klassisches Münchner Gasthaus mit Stammtisch und Biergarten

Übrigens: Den Tisch für die Stammgäste fertigt der Spieglwirt-Nachbar und Schreiner Rudolf Böck an. Der ist stolze 100 Jahre alt, topfit und der wohl geeignetste Schreiner für diesen Job – schließlich hat sein Vater die frühere Holz-Vertäfelung des Wirtshauses angefertigt.

Nicole Zobel

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