Großer tz-Stadtteil-Check: Note 2,7

Moosach: Die Idylle in der Großstadt

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SPD-Fraktionschef Alexander Reissl vor dem Moosacher Mittelpunkt, dem Pelkovenschlössl

Moosach - In einer Serie stellt die tz die Ergebnisse des großen Stadtteil-Checks vor. Diesmal sind wir in Moosach. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,7.

Dörfliche Strukturen auf der einen, Großstadtcharakter auf der anderen Seite: Das ist Moosach. Im tz-Stadtteilcheck erreichte das Viertel die Gesamtnote 2,7. Besonders die Mietkosten, die Immobilienpreise und die Einkaufsmöglichkeiten haben die Moosacher als positiv bewertet: Platz zwei im Check. Dafür liegen die Bewertungen von Sauberkeit, Nachbarschaft, Haustierfreundlichkeit, Umweltqualität, Lärmschutz und der Sicherheit jeweils im hinteren Drittel. Leben lässt es sich hier trotzdem gut, ist der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl überzeugt. Er ist in Moosach aufgewachsen und lebt noch immer dort. Im Stadtteil würden sich die Nachbarn noch beim Namen kennen und sich gegenseitig aushelfen. „Durch die vielen Veranstaltungen wird die intakte Ortsidentität weiterhin gestärkt“, sagt er. Neben Alteingesessenen, die auf ein Weißbier im Alten Wirt in der Dachauer Straße vorbeischauen, finden sich hier auch echte Familienbetriebe mit langer Tradition. Mittelpunkt des Stadtteils ist der St.-Martins-Platz rund um das Pelkovenschlössl. Dies sei der Identifikationspunkt der Moos-acher, meint Reissl. Sein Lieblingsplatz ist der Weg entlang der Feldmochinger Straße, vorbei an der Trachten-Fabrik Richtung alter St.-Martins-Kirche: „Hier kann man auf den Spuren der Ortsentstehung wandeln.“

Moosach hat aber auch noch ein anderes Gesicht. Nur ein Stück weit die Dachauer Straße entlang ist vom dörflichen Charakter nichts mehr zu spüren. Hier lösen Supermarktketten und Discounter die Tante-Emma-Läden ab, und der Moosacher Stachus sowie das Olympia-Einkaufszentrum sind regelrechte Konsumhochburgen.

Zahlen und Fakten

Fläche: 1110,46 ha

Einwohnerzahl: 50 253

Anteil Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren: 6246

Anteil Senioren (ab 65 Jahren): 9319

Gründungsjahr: 807

Jahr der Eingemeindung nach München: 1913

Grünflächen: 167,54 ha

Anzahl Krippenplätze: 320

Anzahl Kindergartenplätze: 1311

Anzahl der Schulen: 9

Gute Lage

Ich bevorzuge heimische Produkte und kaufe oft auf dem Bauernmarkt ein. Ins OEZ komme ich nur bei schlechtem Wetter. In Moosach halten sich dörfliche und städtische Einflüsse die Waage.

Toll finde ich, dass man schnell in der Stadt ist und trotzdem im Grünen wohnt!

Iris Heberger (44), IT-Angestellte, lebt seit 5 Jahren in Moosach

Mein Stadtteil-Tipp:

„Ein Muss: Der Alte Wirt in der Dachauer Straße.“

Geringe Kaufkraft

Die Einkaufsgewohnheiten in Moosach haben sich verändert: Die Leute gehen jetzt überall hin zum Brotholen und haben immer weniger Zeit. Leider schwindet die Kaufkraft beim kleinen Handwerk. Nichtsdestotrotz finde ich die Übergänge zwischen dörflichem und städtischem Charakter fließend.

Christian Zerlin (44), Inhaber der Bäckerei Zerlin, in Moosach geboren

Mein Stadtteil-Tipp:

„Man sollte einmal das Maifest besuchen. Außerdem finde ich die vielen Baggerseen in der Umgebung toll.“

Dörfliche Züge

Natürlich gibt es noch dörflichere Züge in Moosach. Zum Beispiel wird in der Pelkovenstraße immer noch jedes Jahr der Maibaum aufgestellt. Besonders gefällt mir am Stadtteil die Normalität: Man kennt sich untereinander. Typischer Durchschnitt eben – und das soll so bleiben!

Christian Härtl (46), Inhaber vom Alten Wirt, Lebt seit 5 Jahren in Moosach

Mein Stadtteil-Tipp:

„An den Plätzen vor und hinter dem Rangierbahnhof gibt es schöne Ecken, die zum Verweilen einladen!“

Hier gibt’s regionale Produkte

Ich besuche regelmäßig den Wochenmarkt in Moosach, weil ich hier meine regionalen Produkte direkt vor der Haustür kaufen kann. Zum Supermarkt komme ich leider nur noch selten. Jedoch wünsche ich mir, dass der Markt öfters als einmal pro Woche stattfindet!

Heinz Koller (78), Rentner, lebt seit 1954 in Moosach

Mein Stadtteil-Tipp:

„Rund um den alten Dorfkern beim St.-Martins-Platz kann man noch die dörflichen Züge Moosachs erleben!“

Termine

15. und 16.11.2013:

Moosach Swingt 2013: Big-Band-Weekend in der Aula des Berufsschulzentrums, Beginn jeweils um 20 Uhr

Sonntag, 17.11., Dienstag, 26.11., Mittwoch, 27.11.2013

Urban Knittling im Pelkovenschlössl

Sonntag von 15 bis 19 Uhr, sonst von 18 bis 21 Uhr

21.11.2013

Open Stage im

Kultur- und Bürgerhaus Pelkovenschlössl, Beginn ist um 20 Uhr

Freitag, 6. Dezember, bis Sonntag, 8. Dezember

Christkindlmarkt am Freitag von 17 bis 20 Uhr, Samstag 14 bis 19 Uhr und Sonntag 11 bis 18 Uhr. Kultur-und Bürgerhaus Pelkovenschlössl. 

Lena Witzelhofer 

Die bisherigen Teile:

Au-Haidhausen: Das Dorf im Zentrum

Trudering-Riem: Mix aus Stadt und Land

Schwabing-West: Besser ist's nirgends

Pasing-Obermenzing: Tradition trifft Moderne

Ramersdorf-Perlach: Besser als der Ruf

Neuhausen-Nymphenburg: Paradies für Jung & Alt

Bogenhausen: Sauber, sicher, schick

Sendling: Günstig und gemütlich

Warum sind unsere Mülleimer genoppt? 38 kuriose München-Fakten

Hätten Sie gewusst, liebe Leser, dass auf dem Deckenfresko in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt eine Brezn gemalt ist? Nein? Dann sind Sie beim Buch "Unnützes Wissen – München" genau richtig © Emons Verlag
Das Autoren-Duo Mireal und André Stanly – sie echte Münchnerin, er Zuagroaster aus Wien – hat 711 skurrile und spannende Fakten über unsere Stadt zusammengetragen. Stand: 2011. Wir präsentieren einige davon – wer alles wissen will: ab sofort im Buchhandel. Unnützes Wissen ist bei Emons erschienen (192 Seiten, zahlreiche Farbfotos, 12,95 Euro). Viel Spaß! © Emons Verlag
1. Alle Entfernungs-Angaben zu München auf Bayerns Autobahnen beziehen sich auf die Mariensäule. © dpa
2. Wenn man das gesamte Straßennetz der Stadt per Taxi durchqueren würde, dann müsste man etwa 3460 Euro löhnen. © dpa
3. In München gibt es 10 962 Künstler, in der Kulturwirtschaft sind 40 140 beschäftigt. © dpa
4. Rund 40 000 Tauben bevölkern München. © d pa
5. Durch Falschparker nimmt die Stadt im Jahr zirka 10,5 Millionen Euro ein. © dpa
6. Seit Thomas Seehaus (Symbolfoto) ist München Millionenstadt: Er kam am 15. September 1958 zur Welt. Eltern: Hubert (Kaminkehrermeister) und Brigitte aus Pasing. © dpa
7. Die Dienstumkleide-Kabinen der Polizeiinspektion 22 am Prinzregentenplatz befinden sich im ehemaligen Schlafzimmer Adolf Hitlers. © Kurzendörfer
8. In den U-Bahnhöfen Odeons- und Goetheplatz laufen seit dem Jahr 2000 ununterbrochen zwölf Klassik-Stücke – in einer 300-Minuten-Schleife. © Kurzendörfer
9. Der FC Bayern hat auf Facebook über sechs Millionen Fans – das sind mehr als die nachfolgenden zehn deutschen Fußballclubs zusammen. © dpa
10. 2011 zogen 112 947 Menschen nach München – Rekord der vergangenen 20 Jahre. © dpa
11. Eines der beiden Uhrenblätter am Isartor (hier das "andere") ist verkehrt herum angebracht. Das ist europaweit einmalig! © Schlaf
12. Die Abfalleimer sind genoppt, damit Wildplakatierer keine Chance haben. © Kurzendörfer
13. Würde man eine Linie zwischen dem Nordturm der Frauenkirche und dem Turm der Heilig-Geist-Kirche verlängern, würde sie genau nach Mekka führen. © dpa
14. Bei uns leben 30 828 Hunde, die täglich sechs Tonnen Hundekot erzeugen. © dpa
15. Eine Wiesnmass hat etwa so viel Alkohol wie acht Schnäpse. © dpa
16. Die Ziegen, die das Leder für neue Lederhosn für die Wiesn liefern, haben in Indien oder Pakistan gegrast. © dpa
17. In Hella­brunn sind 19 183 Tiere. © Tierpark Hellabrunn
18. Der kleinste Friedhof steht in Neuhausen und hat 175 Grabstätten. © Haag
19. Die laufenden Füße und die Augen des Tatort-Vorspanns wurden am Flughafen München-Riem gedreht. © dpa
20. Der Wolfsbrunnen am Kosttor zeigt Rotkäppchen und den Wolf, weil dessen Stifter Adolf Wolf hieß. © Emons Verlag
21. Die Klingel gehört zur Burschenschaft Stauffia (Stollbergstr. 16). © Emons Verlag
22. Das Wiesn-Riesenrad war das erste weltweit mit „Zacken“ – also außen aufgehängten Gondeln. © dpa
23. In den insgesamt 53 Pflegeheimen der Stadt liegt die Männerquote nur bei 21 Prozent. © dpa
24. Das nicht anerkannte, selbsternannte Fürstentum Seborga (Italien, 323 Einwohner) hat ein Konsulat in Bogenhausen. © Symbolfoto: dpa
25. München liegt südlicher als Wien (Foto). © dpa
26. Die erste Aufgabe des ersten namentlich bekannten Henkers Münchens, „Magister Haimpert“: Er hängte seinen Vorgänger (14. Jh.). © dpa
27. Die Frauenkirche war das erste deutsche Fotomotiv. © dpa
28. Die Knetmasse wurde im Jahr 1880 vom Münchner Apotheker Franz Kolb erfunden. © dpa
29. Die US-Hardrockband Mötley Crüe hat extra zwei Umlaute in ihren Namen einbauen lassen, weil Löwenbräu ihr Lieblingsbier ist. © dpa
30. Die Blattschneiderameise (Symbolfoto) Resi ist mit fünf Millimetern Länge das kleinste Tier Hellabrunns. © dpa
31. 248 Einwohner Münchens sind über 100 Jahre alt. © dpa
32. Früher verwendete man in einigen deutschen Gegenden das Wort „münchen“ für kastrieren. © dpa
33. Jeder Baum der Stadt muss eine Grundfläche von 24 qm und eine Mindestbreite von drei Metern zur Verfügung haben. © düa
34. Jimi Hendrix erfand sein Gitarrenschrotte am 9.11.66 in Schwabing ("Big Apple") © dpa
35. Eine über 300 Jahre alte Linde am Westfriedhof ist der älteste Baum der Stadt. © Jantz Sigi
36. Zur Wiesn-Zeit fahren die Rolltreppen schneller. © Schlaf
37. Die Monatsmiete der Tiefgarage im neuen Palais an der Oper kostet so viel wie der Hartz-IV-Monatsregelsatz: 375 Euro. © Schlaf
38. In München gibt es 50 000 leere Grabstätten. © Symbolfoto: Jantz

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