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Kleiner Tunnel, große Pläne: Neue S-Bahn-Unterführung an der Dachauer Straße in Moosach

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Von: Peter Schlingensief

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Immer wieder bleiben Busse in der Unterführung stecken. Der Neubau wird höher.
Immer wieder bleiben Busse in der Unterführung stecken. Der Neubau wird höher. © Bodmer

Zu wenig Platz für Fußgänger und Radfahrer - und für manche Verkehrsteilnehmer zu niedrig: Die Probleme der Unterführung an der Dachauer Straße sollen bald gelöst werden.

München - Die S-Bahn-Unterführung an der Dachauer Straße in Moosach ist ein Sinnbild für die Platzprobleme im Münchner Verkehr: zu schmal für eine sichere Koexistenz von Autos, Fußgängern und Radfahrern, zu niedrig für Laster und Busse. Seit Jahren wird nach einer Lösung gesucht. 2024 soll Baubeginn sein für eine breitere und tiefere Unterführung.

Auto um Auto schiebt sich durch die dunkle Unterführung, Personen auf dem Fußweg müssen sich vor heranpreschenden Radfahrern in Acht nehmen, die sonst nur den riskanten Weg auf der Straße wählen können. Der kurze Tunnel ist nicht nur zu schmal für alle Verkehrsteilnehmer, sondern auch zu niedrig. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Unfällen mit Bussen, die sich in den Tunnel verirrten. Über 50 Verletzte wurden seit 2010 gezählt. Auch zu hohe Lastwagen, die regelmäßig trotz der Höhenkontrolle einfuhren, beschädigten den Bau und verstopften die Unterführung.

Um bis zu 1,40 Meter soll der Tunnel tiefer werden

Damit soll möglichst bald Schluss sein. 2017 genehmigte der Stadtrat die Vorplanung für die Eisenbahnüberführung. 2023 sollen die ersten Bäume gefällt werden, Baubeginn für das Brückenbauwerk der DB Netz AG soll im April 2024 sein. Ziel ist eine mögliche Durchfahrtshöhe von 4,70 Metern – so will man sich die Option einer durchfahrenden Tram offenhalten.

Doch da die Zuggleise der Bahn auf der Brücke nicht höher gelegt werden können, muss der Spaten nach unten angesetzt werden. Um bis zu 1,40 Meter soll der Tunnel tiefer werden. Das führt auch zu einer größeren Steigung von bis zu acht Prozent auf der Fahrbahn. Immerhin, der höher gelegene Fußweg mit einer lichten Höhe von 2,50 Metern soll eine maximale Steigung von drei Prozent haben.

Die Fußwege sollen 2,50 Meter breit werden, die Radwege mindestens zwei Meter

Breiter wird die Unterführung nicht, dafür ist laut Baureferat wegen der angrenzenden Bebauung kein Platz. Dafür soll sich in den angrenzenden Straßen und der Tunneleinfahrt einiges tun: Die Fußwege sollen 2,50 Meter breit werden, die Radwege mindestens zwei Meter. Mehr Platz, zum Beispiel durch das Einsparen der Fahrspur für Abbieger Richtung Gröbenzeller Straße, gibt’s nicht, so das Mobilitätsreferat. Sonst würde die „Verkehrsmenge, die über den Knotenpunkt abfließen kann“, um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Lange Rückstaus können dadurch entstehen. Ein höheres Verkehrsaufkommen in den umliegenden Straßen wäre die Folge.

Darauf muss man sich während der Umbauarbeiten sowieso einstellen. Die Dachauer Straße wird im Verkehrsentwicklungsplan als „örtliche Hauptverkehrsstraße mit maßgebender Verbindungsfunktion“ bezeichnet – und das trifft es ziemlich gut. Die einspurige Unterführung kann die abends aus der Stadt heranströmenden Autos kaum stemmen. Wie man die Kraftfahrzeuge während der Bauzeit bis voraussichtlich 2026 umleiten soll, ist noch nicht abschließend geklärt. Deshalb befürchten viele Anwohner Lärm und Gefährdungen in den umliegenden Straßen des Wohnviertels.

Hierzu schreibt das Baureferat: „Für den Durchgangsverkehr der Dachauer Straße werden für die Bauzeit großräumige Umfahrungen, zum Beispiel über den Georg-Brauchle-Ring, die Triebstraße und die Max-Born-Straße, eingerichtet.“ Immerhin: Der Fuß- und Radverkehr soll während der Bauzeit nach wie vor möglich sein. VON PETER SCHLINGENSIEF

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