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Jetzt in München im Einsatz: Weltrekord-Bäcker verrät sein Geheimnis für die perfekte Pizza

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Von: Laura Wittstruck

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Luciano Gatto
Luciano Gatto ist nicht nur leidenschaftlicher Pizza-Bäcker, sondern auch Weltrekord-Halter. © Lucky Pizza

Direkt in Italien schmeckt die Pizza einfach am besten. Etwas Dolce Vita lässt sich auch in einem Lokal in München finden: Hier steht ein echter Weltrekord-Bäcker am Ofen.

München – Pizza ist Luciano Gattos Leidenschaft. Kein Wunder, schließlich kommt der 33-Jährige aus Neapel, das als Geburtsort des italienischen Nationalgerichts gilt. Schon mit zwölf Jahren stand er dort im Restaurant seines Vaters am Pizzaofen. Mittlerweile hat der Italiener schon viel von der Welt gesehen: „Luciano ist ein echter Weltenbummler“, meint Aladdin von seinem jetzigen Arbeitgeber Lucky Pizza im Münchner Norden. Von Restaurants in Mexiko bis nach Phuket und den Vereinigten Staaten hat er seine Pizzen schon zubereitet. 

Pizza-Weltrekord in Neapel: 11.000 Stück in 14 Stunden

Nach dem frühen Tod von Lucianos Vater schließt auch das Familienrestaurant in Neapel. Der 33-Jährige steht damals vor einer schweren Entscheidung – die wirtschaftliche Lage in Süditalien ist instabil und bietet scheinbar keine großen Zukunftsperspektiven. Deshalb entschließt er sich, das Erbe seiner Familie in die Welt zu tragen. Luciano arbeitet in vielen Stationen im Ausland, etwa in den USA oder Thailand. Dann erhält er vom Verein „Piccola Napoli“ eine besondere Aufgabe: Gemeinsam mit 30 anderen erfahrenen Pizzabäckern soll er in seiner Heimatstadt Neapel an einem Weltrekordversuch teilnehmen. In nur 14 Stunden stellen Luciano und seine Kollegen im Oktober 2019 über 12.000 Pizzen her. Davon zählen allerdings nur etwa 11.000, die den strengen neapolitanischen Maßstäben entsprechen. Die unzähligen Pizzen kommen anschließend einem guten Zweck zugute: Hunderte Helfer verteilen sie in der ganzen Stadt, etwa an Waisenhäuser, Kirchen und Schulen. 

Geheimes Familienrezept: Deshalb schmeckt Pizza aus Neapel so anders

Was Lucianos Pizzen so besonders macht? „Das Geheimnis liegt im Teig, der mein ganzes Leben lang ein Geheimnis bleiben wird. Etwas habe ich das Familienrezept abgewandelt, aber es ist immer noch sehr traditionell“. Wieso gerade die neapolitanische Pizza so gut schmeckt, verrät der 33-Jährige aber doch. Bei der Herstellung müssen strenge Regeln eingehalten werden: Das beginnt schon beim Sauerteig, der mit natürlicher Hefe hergestellt wird und für eine genau festgelegte Zeit ruht. Anschließend kommt die Pizza bei 380 Grad in den Ofen – allerdings nur für 90 Sekunden. So wird sie fluffig und bleibt gleichzeitig unglaublich weich. „In Neapel heißt es, dass neapolitanische Pizza nicht gegessen, sondern getrunken wird“, lacht Luciano.  Sein persönlicher Favorit beim Belag? Die Pizza „Bufalina“ mit Tomate, Basilikum, Olivenöl und dem berühmten Büffelmozzarella aus Kampanien.

So kam der Pizzabäcker von Italien an die Isar

Den Weg nach München findet Luciano Gatto schließlich durch einen lustigen Zufall. Sein jetziger Chef, Ako Sana, beschließt 2020 im leerstehenden Lokal unterhalb seiner Wohnung einen Pizza-Laden zu eröffnen. Einen richtigen Bäcker hat er damals allerdings noch nicht. Ein Freund von ihm empfiehlt ihm für die Stelle seinen Cousin – Luciano. Der solle einzigartig gute Pizza machen. Spontan reist Sana kurz darauf nach Italien und ist von den Pizzen des Italieners sofort begeistert. Viel Überzeugungsarbeit muss er bei Luciano nicht leisten. München kennt der Italiener schon vom Oktoberfest. Die Stadt gefällt ihm, auch, weil sie nicht so weit von seiner Familie in Italien entfernt ist. 

München: Neapel-Feeling in der Moosacher Straße

Mittlerweile backt Luciano seine original neapolitanische Pizza im Lucky Pizza in der Moosacher Straße. Dort hat er sich in seiner Wohnung direkt über seiner neuen Arbeitsstätte gut eingelebt. „Hier in München habe ich viele besondere Menschen gefunden und kann sagen, dass ich mich wieder wie zu Hause fühle!“ Auch für das kommende Jahr hat Luciano bereits große Pläne: „Ich will an weiteren Wettbewerben teilnehmen und versuchen, im nächsten Jahr noch einen Weltmeistertitel zu holen.“

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