Rote Ampel übersehen

27-Jährige stirbt nach Unfall in Moosach

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Die Einsatzkräfte am Unfallort.

München - Die 27-jährige Münchnerin, die am Samstag bei einem Unfall in Moosach schwer verletzt wurde, ist im Krankenhaus gestorben.

Ein grauer Mercedes hat am Samstag um 14 Uhr an der Kreuzung Trieb-/Hanauer Straße in Moosach (am OEZ) einen schwarzen BMW ungebremst gerammt – mit schrecklichen Folgen! Eine 27-Jährige erlitt so schwere Verletzungen, dass sie kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb.

Bilder vom Unfallort

Moosach: Auto schleudert nach Unfall 40 Meter weit

Nach den Ermittlungen der Polizei stand der Rentner (78) mit seinem Mercedes auf dem Linksabbiegerstreifen. Als die für ihn geltende Ampel auf Grün sprang, fuhr er zügig los – allerdings geradeaus. Für diese Richtung stand die Ampel noch auf rot. Direkt vor ihm wendete gerade vorschriftsmäßig der schwarze 3er-BMW. Und dann krachte es! Ungebremst rammte der Mercedes die Beifahrerseite des BMW, in dem sämtliche Airbags auslösten.

Doch auch sie konnten die Beifahrerin nicht mehr retten. Der Aufprall war so heftig, dass der BMW auf den Gehweg bis zur Bushaltestelle Lasallestraße geschleudert wurde. Der Mercedes kam erst nach 40 Metern auf der linken Fahrbahn der Triebstraße zum Stehen. Die 27-Jährige musste von der Feuerwehr (siehe unten) geborgen werden.

Der BMW-Fahrer (28) erlitt eine Schlüsselbeinfraktur und ein Schädelhirntrauma. Der Mercedes-Fahrer und seine Frau (75) kamen mit Schleudertraumata und Prellungen davon. Alle kamen in Krankenhäuser. Die Unfallstelle blieb bis 18 Uhr gesperrt. Der Verkehr wurde großräumig umgeleitet. Es bildeten sich dennoch lange Staus. Schaden: 80 000 Euro.

So arbeitet die Feuerwehr

Die Verletzten haben immer Vorrang. Bis der Notarzt kommt, leisten Feuerwehrleute Erste Hilfe. Bei so schweren Unfällen passieren viele Dinge parallel: Die Feuerwehr sichert die Unfallstelle, klemmt die Batterie des Unfallwagens ab und bindet auslaufendes Öl oder Sprit. Die Autotür wird entfernt, um den Notarzt Platz zu verschaffen. Währenddessen bereiten Feuerwehrleute die Bergung vor. Das Dach wird abgeschnitten. Eventuell werden auch die beiden Türschwellen durchtrennt und der Vorderteil des Autos wird abgekippt, um Patient und Arzt mehr Platz nach vorne zu verschaffen. Ist der Patient stabilisiert, beginnt die Bergung. „In diesem Fall wurde ein Spineboard verwendet,“ erklärt Stefan Kießkalt, Sprecher der Berufsfeuerwehr.

Das gelbe Rückenbrett verhindert jegliche Drehung der Wirbelsäule und wurde zwischen die Rückenlehne und die Patientin geschoben: „Erst dann wurde die Rückenlehne zurückgeklappt und die Patientin nach schräg oben herausgezogen.“ Die Nachricht vom Tod der Frau erreichte die Retter am Abend. Kießkalt: „Das bedauern wir wirklich sehr.“

So arbeitet die Polizei

Auch für die Polizisten haben Erste Hilfe und Absicherung der Unfallstelle stets Priorität. Während Feuerwehr und Notarzt mit der Bergung beschäftigt sind, sperren die Polizisten den Unfallort weiträumig ab und halten die Rettungswege frei. Falls nötig und möglich, veranlassen die Beamten bereits vor Ort Alkohol- oder Drogentests und notieren die Adressen möglicher Zeugen. „Die Unfallstelle wird fotografiert und gezeichnet sowie anhand von Fixpunkten ganz genau vermessen“, so Polizeisprecher Damian Kania.

Dafür verwenden Verkehrspolizisten ein so genanntes Messrad. Der Standort der Fahrzeuge wird farblich markiert – ebenso die Lageorte von Verletzten oder Trümmerteilen. Sind die Verletzten abtransportiert, verständigt die Polizei ein Abschleppunternehmen zur Bergung der Fahrzeuge. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wird bei so schweren Unfällen wie dem in Moosach immer auch ein Gutachter bestellt, dessen Erkenntnisse vor Gericht wichtig sind. In den Stunden und Tagen danach befragen Polizisten die Unfallopfer – wenn möglich schon im Krankenhaus.

D. Plange

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