„Dieser Mörder“

Mutter von OEZ-Amokopfer droht Angeklagtem damit, ihn zu töten

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Blumen und Kerzen am 25.07.2016 vor dem Haupteingang des Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München, drei Tage nach einer Schießerei mit Toten und Verletzten.

„Ich werde ihn bestrafen, falls Sie ihn nicht bestrafen“ - Die Mutter eines Opfers des Amoklaufes im Olympia Einkaufszentrum droht dem Angeklagten vor Gericht.

München - Paukenschlag im Prozess um den Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum: Im Gerichtssaal hat die Mutter eines Todesopfers dem angeklagten Waffenhändler Philipp K. (32) mit Selbstjustiz gedroht! „Ich werde ihn bestrafen, falls Sie ihn nicht bestrafen“, rief sie auf Türkisch Richter Frank Zimmer zu. Eine Dolmetscherin übersetzte. Auf Deutsch und hörbar aufgewühlt bekräftigte die Mutter kurz danach: „Dieser Mörder – ich bring dich um, mit meinen Händen.“ Der angeklagte Philipp K. soll dem Amokschützen David S. die Pistole verkauft haben, mit der dieser im Juli 2016 neun Menschen tötete, mehrere verletzte und sich dann selbst das Leben nahm. Angeklagt ist der aus Marburg (Hessen) stammende Deutsche wegen Waffendelikten und fahrlässiger Tötung. Mehrfach hatten die Nebenkläger bereits eine Anklage wegen Beihilfe zum Mord gefordert, weil K. von den Amokplänen gewusst haben soll. Bislang ist das Gericht auf diese Möglichkeit nicht eingegangen – auch daher rührt die riesige Wut. Die Mutter hatte als Nebenklägerin gestern das Wort im Prozess erhalten. Rechtliche Folgen wird die Drohung gegen den Angeklagten für die Frau aber wohl nicht haben. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, die selber im Saal zuhörte, sprach von einem „emotionalen Ausnahmezustand“. Da werde „die Staatsanwaltschaft großzügig reagieren“. Kurz darauf erlitt die aufgebrachte Mutter einen Zusammenbruch. Der Prozess wurde daraufhin unterbrochen und soll in zehn Tagen fortgesetzt werden. Philipp K. drohen mehrere Jahre Haft, falls er verurteilt wird.

dpa/thi

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