„Idealisiertes Wohnzimmer“

Einkaufszentrum der Zukunft: So will sich das OEZ neu erfinden

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Oasen der Ruhe: Wer Lust hat, soll im Olympiaeinkaufszentrum auch ein Buch lesen können.

Die Renovierung und Modernisierung des Olympiaeinkaufzentrums (OEZ) wollen sich die Eigentümer einiges kosten lassen. Im Januar fällt der Startschuss für die 30 Millionen Euro teuren Umbauten. Sie sind ein Vorgeschmack auf etwas noch größeres.

München - Eigentümer des OEZ sind ein von der „DWS International GmbH“ verwalteter Immobilienfonds sowie die „ECE Projektmanagment GmbH & Co. KG“ um die Unternehmer- und Versandhausfamilie Otto. Der ECE geht es nach eigenem Bekunden nicht darum, mehr Kunden anzulocken: „Wir sind froh, wenn wir die Besucherzahlen von bisher 10,5 Millionen Menschen jährlich halten können“, sagt Center-Manager Christoph von Oelhafen. Deutschlandweit verzeichnen Einkaufszentren Besucherrückgänge. Auch hier schlägt die Digitalisierung mit ihren unzähligen Online-Shopping-Angeboten erbarmungslos zu: „Noch immer ist das OEZ eines der Top-Center in Deutschland – wir hoffen, dass wir durch die geplanten Maßnahmen die Verweildauer der Besucher halten und wieder erhöhen können“, sagt von Oelhafen.

Zu einem Ort, an dem man sich gerne aufhält, soll das Olympiaeinkaufszentrum werden. Eine Mischung aus modernem Design, ausgeklügelten visuellen Effekten und Materialien, die den Kunden ein wohliges Gefühl verschaffen.

Dafür soll so einiges passieren, denn die Zeit hat am 1972 fertiggestellten Gebäude und auch am Konzept der Shopping Mall kräftig genagt. „Wir möchten einen echten Treffpunkt für die Menschen im Münchner Norden schaffen, der den Besuchern das Gefühl gibt, sich quasi in ihrem idealisierten Wohnzimmer aufzuhalten“, erklärt Marc Blum, Kreativchef der ECE. Blum hat bereits an der Modernisierung des Einkaufszentrums Neuperlach, kurz Pep, mitgewirkt.

OEZ-Umbau: Lichtkonzept und architektonische Highlights

Geplant ist nicht nur ein exklusives Lichtkonzept. Die bei der Renovierung eingesetzten Materialien Holz und Beton sollen einen ansprechenden und vor allem modernen Gesamteindruck vermitteln: „Unser Ziel ist es, mit Hilfe architektonischer Highlights ästhetische und auch funktionale Bereiche zu schaffen“, sagt Blum. Unter dem Motto „At your Service“ (Zu Ihren Diensten) sollen sich die Design-Konzepte „Love to shop“, „Love to shop cool“, „Love fashion“ und „Love food“ als neue Eckpfeiler des Moosacher Einkaufserlebnisses zusammenfinden und den Kunden durch das rund 53.000 Quadratmeter große OEZ geleiten. Ergänzt wird das Gesamtkonzept durch digitale Serviceangebote, neu gestaltete Sitz- und Ruhezonen sowie einen großen Kinderspielbereich. Dieser ist bisher ohne Betreuung geplant, soll dafür aber Steckdosen zum Aufladen des Smartphones bieten.

Rund 30 Millionen Euro wollen die Eigner investieren, denn das aus Olympiazeiten stammende OEZ ist in die Jahre gekommen.

Dass der Umbau ein Kraftakt wird, ist von Oelhafen bewusst: „Die Baumaßnahmen werden während des laufenden Geschäfts vonstatten gehen.“ Aber eine Alternative gebe es nicht. „Wir wollen attraktiv bleiben.“ Und das nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Mieter der Ladengeschäfte im Olympiaeinkaufszentrum. Rund 50 Mietverträge laufen in den nächsten drei bis vier Jahren aus, erklärt Susan Kruczyna, die für die Vermietung der Gewerbeflächen zuständig ist. Das entspricht mehr als einem Drittel der 135 Shops. Die Weiter- oder Neuvermietung der Flächen wird also ein unausweichlicher Gradmesser für die Attraktivität des OEZ und den zukünftigen Erfolg des Einkaufcenters sein.

Nicole Zobel

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