Projekt der Stadt

So läuft‘s beim „Wohnen für alle“ am Dantebad

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Berater für Mieter und Anwohner: Die Sozialpädagogen Cristina Gallegos, Andreas Burchard und Eva Wagner. 

Vor einem Monat wurde das Pilotprojekt „Wohnen für alle“ am Dantebad bezugsfertig. Seither ist auch eine Gruppe von Sozialarbeitern tätig. Sie sollen den Mietern unter die Arme greifen, aber auch Kontakte zur Nachbarschaft pflegen. Die Erfahrungen will die Stadt bei ähnlichen Folgeprojekten nutzen.

München - Es ging alles sehr schnell: Innerhalb nur eines Jahres hat die Wohnungsbaugesellschaft Gewofag 100 Wohnungen in Holzbauweise über dem Parkplatz des Dantebads in Moosach gebaut. Vor allem anerkannte Flüchtlinge, Familien mit geringem Einkommen und junge Berufstätige profitieren von den geförderten Wohnungen, die mittlerweile nahezu alle belegt sind. Das Projekt am Dantebad soll Vorbildcharakter für weitere Vorhaben dieser Art im gesamten Stadtgebiet haben. Insgesamt gut 3000 Wohneinheiten sollen bis 2019 durch „Wohnen für alle“ in München entstehen.

Das Projekt war umstritten

Bei Anwohnern stößt dies nicht immer auf Begeisterung.Auch beim Pilotprojekt am Dantebad in Moosach gab es Bedenken seitens der Bürger. Florian Fritz und Andreas Burchard vom Sozialreferat wollen daher vor Ort Barrieren abbauen. Ihr erster Eindruck ist positiv: „Im Großen und Ganzen ist alles harmonisch verlaufen“, berichtet Burchard.

Lesen Sie unseren Bericht vom April 2016: Streit um Wohnprojekt am Dantebad - „Das ist Pegida-Ton“

Außer ihm arbeiten drei weitere Sozialpädagogen in einem Beratungsbüro vor Ort. Sie sind für beide Seiten da: Anwohner und neue Mieter. Zukünftig werden nicht immer vier Sozialpädagogen in einem „Wohnen für alle“-Projekt eingesetzt werden können. „Das Team wird wahrscheinlich auf weitere Standorte verteilt“, sagt Florian Fitz, Fachbereichsleiter im Amt für Wohnen und Migration.

Die Sozialarbeiter unterstützen die Bewohner zum Beispiel bei bürokratischen Fragen im Umgang mit Behörden. „Teilweise kannten wir die Menschen, die eingezogen sind, bereits“, so Burchard. Vor allem bei sprachlichen Barrieren der Geflüchteten helfen Burchard und das Team. In diesen Fällen stellen sie Kontakt zu Schulen, Kindergarten oder auch dem Jobcenter her. Auch mit der Gewofag, die den Stelzenbau über dem Dantebad gebaut hat, stehen die Mitarbeiter in Kontakt.

Die Integration in die Nachbarschaft ist besonders wichtig

Doch auch Anfragen aus der Nachbarschaft erreichen die Mitarbeiter immer häufiger. „Wir bearbeiten jede Anfrage so schnell wie möglich“, sagt Burchard. „Aber momentan kann es etwas dauern.“ Die Integration in die Nachbarschaft ist den Verantwortlichen besonders wichtig. Ziel sei es, dass der lang umstrittene Stelzenbau ein Treffpunkt für die Nachbarschaft darstellen könnte. Projekte wie „Urban Gardening“ sollen ein Klima der Gemeinsamkeit zwischen Bewohnern und Nachbarn schaffen. Auch mit dem benachbarten Fußballverein SC Amicitia stehen die Sozialarbeiter in Kontakt.

Im Moment sind aber alle froh, wenn die Bauarbeiten am Parkplatz, der gerade noch gepflastert wird, vollendet sind. „Das ist für alle anstrengend – neue und alte Anwohner“, sagt Burchard. Die Erfahrungen, die am Dantebad gesammelt würden, wolle man sich bei den weiteren Standorten zunutze machen. „Wir sind sehr optimistisch, dass alles reibungslos weiterläuft“, erklärt Burchard.

Was bringt das Jahr 2017 für den Stadtbezirk? Lesen Sie hier unsere große Jahresvorschau für Moosach. Außerdem gibt es noch ein weiteres interessantes Projekt am Dantebad: Die Stadtwerke bauen ein Stelzen-Haus für Mitarbeiterwohnungen. 

von Lisa-Marie Birnbeck

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