Täter gaben sich als Kripo-Beamte aus

Telefonbetrug: Falscher Polizist stellt sich

München - 16 Mal hatte die Bande Rentner in Grünwald und Moosach angerufen: Die Täter gaben sich als Kripo-Beamte aus und schüchterten Senioren ein, dass sie Opfer von Straftaten werden könnten. Ein Trickbetrüger stellte sich nun.

Als am Sonntagabend das Telefon mit unterdrückter Nummer klingelt, ist Günther B. (65, Name geändert) gleich misstrauisch. „In der Leitung war angeblich ein Kriminalkommissar Martin Breitenbach“, berichtet der Rentner aus Grünwald. „Er sagte, in meiner Straße sei eine Frau überfallen worden und er würde gerne vorbeikommen, um ein Zeugenvernehmungsprotokoll zu erstellen.“ Was Günther B. da noch nicht weiß: Hinter dem Anruf stecken miese Trickbetrüger. Jetzt hat sich ein Täter gestellt!

16 Mal hatte die Bande Rentner in Grünwald und Moosach angerufen: Die Täter gaben sich als Kripo-Beamte aus und schüchterten Senioren ein, dass sie Opfer von Straftaten werden könnten. Zwei Rentner ließen sich überreden, Geld, EC-Karten und Wertsachen in einen Beutel vor die Tür zu legen und sogar ihren PIN zu verraten. 20 000 Euro erbeutete die Bande auf diese Tour! Freitag meldete sich ein Türke (19) bei der Polizei. Er gab zu, die Beute vor den Türen abgeholt zu haben. Sein in der Türkei lebender Onkel (22) und zwei Männer hätten ihn dazu überredet. Den Schmuck habe er am Bahnhof verscherbelt, das Bargeld seinem Onkel überwiesen, mit den EC-Karten Geld abgehoben und in die Türkei transferiert. Der Mann wurde dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Günther B. ist froh, dass der Bande nun offenbar das Handwerk gelegt wurde – auch wenn die Betrüger bei ihm kein Glück hatten. „Als ich den Anrufer um eine Rückrufnummer gebeten habe, war ihm das gar nicht recht“, berichtet er. „Erst hat er weitergedrängt, mir dann eine dubiose 0190er-Nummer genannt.“ Und tatsächlich: Als Günther B. kurz nach dem Anruf bei der Polizei in Grünwald nachhakt, klären ihn die Beamten über die Masche auf. Der Anrufer meldete sich nicht wieder – offenbar schnallte er, dass er diesmal keinen Erfolg hat. Günther B. hat schon eine Idee, woher die Betrüger seine Nummer hatten: „Ich will gerade mein Auto verkaufen – es steht mit meiner Telefonnummer in der Fensterscheibe vor meinem Haus.“

CMY

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare