Familie gegen Polizei 

Verkehrskontrolle artet aus: Es hagelt Anzeigen

Wegen angeblicher Manipulation seines Rollers stoppen Polizeibeamte einen 17-Jährigen. Seine Familie eilte ihm zu Hilfe. Nach dem Vorfall hagelte es Anzeigen - von beiden Seiten.

München - Am vergangenen Mittwoch führten Polizeibeamte in der Mittagszeit eine Verkehrskontrolle in Moosach durch. Wie die Polizei berichtet, fiel ihnen dabei der Motorroller eines 17-Jährigen auf. Die Beamten warfen ihm vor, den Roller manipuliert zu haben. Um ein Gutachten zu erstellen, sollte das Gefährt deswegen sichergestellt und abgeschleppt werden. 

Zu diesem Zeitpunkt trafen an dem Einsatzort der 22-jährige Bruder und der Vater des Rollerfahrers ein. Der Bruder kritisierte die Kontrolle der Beamten und versuchte den Abtransport des Rollers zu verhindern. Dafür stellte sich der junge Mann direkt vor den Abschleppwagen, um diesen zu blockieren. Die Polizisten erteilten ihm daraufhin einen Platzverweis, den der junge Mann jedoch ignorierte. Daraufhin wendeten die Beamten Gewalt an und brachten ihn zu Boden.

Der 17-jährige Rollerfahrer versuchte daraufhin, einem der Beamten den angefertigten Polizeibericht zu entreisen. Laut dem Jugendlichen verletzte er sich dabei am Arm. Zudem klagte er darüber, dass ein Beamter ihm zuvor sein Mobiltelefon aus der Hand geschlagen habe und sein Telefon dadurch beschädigt worden sei. 

Die Familie erstattet nach dem Vorfall Anzeige gegen die Polizeibeamten wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung. Von Seiten der Polizeibeamten wurde eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte in die Wege geleitet. Nun hat das Bayerische Landeskriminalamt die Ermittlungen in diesem Fall übernommen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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