Moosacher Hundehasser geschnappt

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Angeschossen: Der Jack-Russel-Terrier Mon Chi Chi.

München - Mit Plastikschrot ist ein Jäger anfang Mai in Moosach auf die Pirsch gegangen und hat zwei umherstreunende Hunde angeschossen. Jetzt hat die Polizei den Hundehasser geschnappt. Sein Motiv:

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Hundehasser in Moosach: Mon Chi Chi und Kreuzerl angeschossen

Wer schießt da auf Hunde? Diese Frage bewegte Tierbesitzer in Moosach wochenlang – seitdem Anfang Mai die beiden Mischlingshunde des Diplom-Ingenieurs Dietmar D. (61) mehr tot als lebendig von einem Ausflug heimkehrten. Monchichi (10) und Kreuzerl ( 6) waren übersät von Schusswunden – verursacht von acht Millimeter großen, harten Plastikprojektilen, die ihnen Fell, Beinchen und die Zungen und sogar Kreuzerls Ohr durchschlugen. Nun hat die Polizei den Schützen: Es ist ein Jäger, der die Hunde am 4. Mai kilometerweit von daheim entfernt in der Nähe des Autobahndreiecks Feldmoching (A99) beim Wildern in den Feldern erwischt hatte.

Eine Zeugin beobachtete den Jäger, als er die Hunde zunächst mit dem Auto verfolgte, dann ausstieg und mit einer Flinte auf die Tiere schoss. Sie notierte sich das Kennzeichen seines Autos und informierte einige Tage später die Polizei. Die erwirkte einen Durchsuchungsbeschluss , stattete dem Jäger letzte Woche daheim einen Besuch ab und konfiszierte die Waffe.

Die rechtliche Lage ist relativ eindeutig. Nach Angaben des Bayerischen Jagdverbandes hat ein Jäger die Pflicht, das Wild zu schützen und das Recht, wildernde Hunde auf der Stelle zu erschießen. Das müsste er noch nicht mal offiziellen Stellen melden. Die Wahl der seltsamen Munition jedoch und die Tatsache, dass er beide Hunde damit auf grausame Weise schwer verletzte und dann sich selbst überließ, könnte dem Mann zum Verhängnis werden. Die Polizei ermittelt gegen ihn wegen Tierquälerei. Auch als Vertreibungsaktion kann er diese Aktion nicht rechtfertigen. „Zur Vergrämung schießt ein Jäger in die Luft,“ erklärte Thomas Schreder, Sprecher des Bayerischen Jagdverbandes. Hundebesitzer Dietmar D. jedenfalls ist fassungslos: „Wenn meine Hunde es nicht mehr nach Hause geschafft hätten. wären sie da draußen elendig verblutet. Was ist denn das für ein Jäger?“

Dorita Plange

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