Giftköder in Fahrenzhausen

Frau geht mit Mops Boo an besonderen Ort - doch er stirbt qualvoll in ihren Armen

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Für Bianca Buchner sollte es ein ganz besonderer Tag werden - doch er endete traurig. 

Bianca Buchner (21) muss hilflos zusehen, wie ihr Mops Boo in ihren Armen stirbt. Ausgerechnet bei einem ganz besonderen Spaziergang.

Fahrenzhausen/München – „Meine Gedanken sind leer“, sagt Bianca Buchner (21) aus München mit tränenerstickter Stimme. Der Schock über das, was sie am Montag erleben musste, lässt sie wie ferngesteuert durch den Tag laufen. Der Alptraum eines jeden Hundebesitzers ist für die 21-jährige Münchnerin schreckliche Wirklichkeit geworden: Ihr geliebter Mops Boo ist tot. Vergiftet.

Es hätte ein ganz besonderer Spaziergang werden sollen. Mit einem Freund fährt Bianca Buchner am Montagabend nach Fahrenzhausen. Dorthin, wo sie einen Großteil ihrer glücklichen Kindheit verbracht hat, im Ortsteil Bergfeld, auf dem Pferdehof ihrer Tante. Jede freie Minute war Bianca als kleines Mädchen hier. Bis vor neun Jahren die Tante im Alter von 44 Jahren aus dem Leben gerissen wurde: Sie starb an einem Aneurysma im Gehirn. „An dem Tag war meine unbeschwerte Kindheit vorbei“, erinnert sich Bianca Buchner. Neun Jahre lang bringt es die 21-Jährige nicht übers Herz, den Wald nahe des Stalles zu betreten, in dem sie als Kind oft stundenlang mit dem Hund ihrer Tante spaziergegangen ist. Bis zu jenem Montagabend.

Als sie ihren Hund wiederfindet, läuft ihm zäher gelber Schleim aus dem Maul

Es war einer jener Tage, an dem sie die Erinnerungen an ihre Kindheit nicht zur Ruhe kommen lassen. Um sich ihrer Tante nahe zu fühlen, beschließt die junge Frau, mit einem Freund endlich einen Spaziergang in dem Wald ihrer Kindheit zu machen. Mit dabei: ihre Hunde. „Boo war wie immer: Lebensfroh und glücklich ist er um uns herumgesprungen, hat die Gegend erkundet.“ Ebenso Hündin Lotta und Thiago, der Hund ihres Freundes. Plötzlich ist Boo verschwunden. Bianca Buchner entdeckt ihn am Wegesrand sitzend. „Für mein kleines Energiebündel war das völlig untypisch, ich hab sofort gewusst, dass etwas nicht stimmt.“ Und tatsächlich: ihrem Vierbeiner läuft zäher gelber Schleim aus dem Maul. „Ich hab ihn auf den Arm genommen und wir sind zurück zum Auto gelaufen.“ Ihr Freund ruft einen Tierarzt in der Nähe an. Der jedoch verweist den Notfall weiter an die Tierklinik, denn seine Praxis würde gleich schließen.

Energiebündel Boo hat am Montag in einem Wald bei Fahrenzhausen Gift gefressen und starb auf dem Weg in die Tierklinik.

In der Zwischenzeit verschlimmert sich Boos Zustand dramatisch. „Er war apathisch, hat kein Wasser getrunken, er hing in meinen Armen und hat auf nichts mehr reagiert.“ Über Handy kündigt sie den Notfall bei der Tierklinik Ismaning an. Die Fahrt im dichten Verkehr, immer wieder Staus, wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, und das Schicksal scheint sich gegen den kleinen Boo verschworen zu haben: Für eine Strecke von eigentlich 20 Minuten Fahrzeit brauchen sie eine Stunde und 15 Minuten. Die junge Frau muss ihrem geliebten Vierbeiner hilflos dabei zusehen, wie er gegen das Gift in seinem Körper ankämpft. 500 Meter vor der Tierklinik schreckt Boo ein letztes Mal hoch, reißt seine Augen auf, ehe er leblos in den Armen seines Frauchens zusammenbricht. „Es hat mir das Herz zerfetzt.“

Boo war kerngesund. Weil sein Frauchen sicher sein wollte, dass ihr kleiner Schützling keine mopstypischen Erkrankungen hat, hat sie eine Zuchttauglichkeitsuntersuchung machen lassen. Das Ergebnis: Alles bestens. Boos Tod – und das bestätigen die Ärzte der Tierklinik Isamaning – ist auf Gift zurückzuführen.

Boo und sein Kumpel.

In der Wohnung der 21-Jährigen ist es still ohne den lebensfrohen Mops. Auch ihre Hündin trauert. „Ihr Kumpel fehlt ihr.“ Genauso wie Bianca Buchner ihren geliebten Mops vermisst. Eines hat die 21-Jährige nach diesem Drama beschlossen: Nie wieder wird sie an den Ort, an dem sie so eine glückliche Kindheit erlebt hat, zurückkehren.

Andrea Beschorner

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