Mit Uschi Ackermann auf großer Mission

Mops Henry stellt die Welpen-Bande

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Gestatten: Mops-Kommissar Henry.

München - Ja, er ist bekannt. Er ist sogar ziemlich berühmt. Schließlich kriegt nicht jeder Hund eine eigene Weingummi-Marke („Scharfe Möpse“). Jetzt aber hat Sir Henry ein neues, wichtiges Betätigungsfeld gefunden.

Der Mops aller Möpse ist unter die Detektive gegangen und nutzt seine Popularität, um illegalen Welpenhändlern das Handwerk zu legen. Den ersten Fall hat er mit Frauchen Uschi Ackermann – Lebensgefährtin des verstorbenen Groß-Gastronoms Gerd Käfer († 82) und aktive Tierschützerin – schon gelöst. Denn auch Sir Henry war einst einer von diesen armen, todkranken Hunde, die skrupellose Welpenhändler mit gefälschten Papieren an den Mann bzw. die Frau bringen.

Vor neun Jahren erweichte eine Anzeige im Kölner Express Uschi Ackermanns Herz. Ein junges Möpschen wurde da angeboten für 1500 Euro. Sie konnte nicht widerstehen. So kam Sir Henry in die Promi-Familie. Doch der kleine Hund war schwerkrank. Er verlor büschelweise Haare. Diagnose: Demodikose, eine fürchterliche Erberkrankung der Haut. Der Hunde-Dermatologe konnte Sir Henry helfen. Im Hunde-Smoking hatte er seinen ersten Auftritt vor Gericht, weil Uschi Ackermann den dreisten Züchter verklagte. Mit Erfolg.

Im Frühling wurde Uschi Ackermann von einer jungen Familie angesprochen, die sich für nur 500 Euro einen reinrassigen Mops kaufen wollte – von einer Ungarin (36) in Freimann. „Das kam mir komisch vor.“ Unter falschem Namen rief Uschi Ackermann bei der Frau an, erkundigte sich nach der Mutter der Welpen: „Die sei noch in Ungarn, sagte die Frau. Da war mir alles klar.“ Uschi Ackermann rief gleich beim Landespolizeipräsidenten Wilhelm Schmidbauer persönlich an. Der schickte der Welpenhändlerin die Beamten der Polizeihundestaffel ins Haus. Die kennen die 36-Jährige schon. Sie fiel bereits zum dritten (!) Mal auf. Diesmal wurden vier Möpschen und drei Malteser beschlagnahmt – alle viel zu jung, sehr ängstlich, ungeimpft und mit falschen Papieren. Im Tierheim wurden sie aufgezogen und in liebevolle Hände verschenkt. 13 000 Euro stellte das Tierheim der Frau dafür in Rechnung. Hinzu kam eine neue Anzeige wegen Betrugs. Und Uschi Ackermann ist stolz: „Das würde ich immer wieder so machen.“

Dorita Plange

So kommen Sie zum richtigen Hund

Sie wünschen sich einen Hund? Dann gibt es ein paar wichtige Regeln: Kaufen Sie niemals spontan einen Welpen aus Mitleid oder gar als Überraschungsgeschenk. Schon gar nicht auf der Straße, im Internet oder bei Händlern mit sehr vielen Rassen ohne geklärte Herkunft. Besuchen Sie den Züchter. Sehen Sie sich dort um. Ist alles sauber? Ist zumindest das Muttertier anwesend? Sind die Welpen alt genug und munter? Wurden sie von einem existierenden Tierarzt geimpft? Im Zweifel hilft der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) weiter.

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