Sie tötete ihren Ex mit der Kreissäge

Killerin will im Knast heiraten - So funktioniert die Eheschließung

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Gabi P. (32) vor Gericht.

München - Mit einer Kreissäge tötete Gabi P. ihren Ex. Beim Verscharren der Leiche half ihr Christian K. - und genau den will die Angeklagte nun in Haft heiraten. Ist das überhaupt möglich?

Der Prozess um den Kreissägen-Mord von Haar wird immer irrer. Erst hat Gabi P. (32) gestanden, ihren Ex-Freund Sebastian H. (†28) getötet zu haben. Jetzt will sie auch noch heiraten – und zwar genau den Mann, der ihr geholfen hat, die Leiche zu entsorgen: Christian K. (33)

Ihn lernte die wegen Mordes angeklagte Studentin im Dezember 2008 kennen. Kurz nachdem sie Sebastian H. beim Fesselsex mit einer Handkreissäge zerstückelt und enthauptet hatte. „Mit Christian habe ich von Anfang an sehr gut reden können“, sagt Gabi P. Von ihrer Tat wusste er nichts – bis er die entstellte Leiche des Ex-Freundes am Dachboden entdeckt hatte. Spontan entschloss er sich, seiner Gabi zu helfen: Mit einem befreundeten Gartenbauer vergrub Christian K. die Leiche im Garten. „Ich habe es aus Liebe getan“, sagte er im September 2016 vor dem Amtsgericht. Und wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt – wegen Strafvereitelung.

Auch er sollte nun im Mordprozess gegen Gabi P. aussagen. Der für Dienstag geplante Auftritt im Zeugenstand hat sich laut Richter Michael Höhne aber verschoben. Wie auch Gabi P. sitzt Christian K. hinter Gittern. Dort schreiben sich beide Briefe – und haben sich auch verlobt. „Wir wollen standesamtlich heiraten“, sagt Gabi P. „Im Moment können wir uns leider nicht sehen und auch nicht sprechen.“ Schriftlich sei aber schon alles vereinbart.

Auch Verteidigerin Birgit Schwerdt bestätigt die Hochzeitspläne des Paares. „Bisher ist es nur ihr Wunsch.“ Denn die Umsetzung ist schwierig. Während der Prozess läuft, darf Gabi P. keinen Kontakt zu Christian K. haben. „Sobald es möglich ist, wollen wir alles regeln“, sagt P.

Von ihrem neuen Freund schwärmte sie im Prozess: „Er ist ein künstlerischer Mensch.“ Gearbeitet hat Christian K. nie. Er absolvierte eine Ausbildung zum Tierpfleger, wurde danach aber psychisch krank. Zwei weitere Lehren brach er ab – und ließ sich von Gabi P. aushalten. Bis er verhaftet wurde.

Gegen das Urteil hat K. Berufung eingelegt, Anfang März wird neu verhandelt. Wann er Gabi privat wiedersehen darf, ist unklar. Denn wegen Mordes droht ihr lebenslange Haft.

So läuft die Eheschließung

Eine Killerin will hinter Gittern heiraten. Ein Scherz? Nein, das ist erlaubt. „Wir haben im Jahr zwei bis drei standesamtliche Eheschließungen“, sagt Michael Stumpf, Leiter der JVA Stadelheim. Die Trauung findet im Besuchsbereich statt. „Dazu sind neben dem Standesbeamten auch die Trauzeugen und der Ehepartner zugelassen.“ Nach der Trauung, die rund 15 Minuten lang dauert, dürfen sie noch 45 Minuten bleiben – danach ist Schluss. Organisieren müssen Häftlinge die Trauung selbst. „Formal läuft sie als Sonderbesuch, der genehmigt werden muss“, erklärt Mariona Hauck, Leiterin der Frauenabteilung. Der Höhepunkt: Braut und Bräutigam dürfen im Besucherbereich nebeneinander sitzen (statt durch die Glasscheibe getrennt) – und sich sogar küssen.

Video: SnackTV

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