Erstochener Domenico

Kam sein Mörder im Taxi zurück zum Tatort?

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Der Mord an der Isar an einem 31-Jährigen im Mai in München ist weiter ungeklärt. Jetzt sucht die Polizei einen Taxler, der den Täter möglicherweise gefahren hat.

München - Ist das endlich die heiße Spur im Messer-Mord an der Isar? Die Sonderkommission Cornelius sucht dringend einen unbekannten Taxifahrer.

Er hatte einem Kollegen erzählt, dass er einen verdächtigen Fahrgast nur wenige Stunden nach der tödlichen Messer-Attacke auf Domenico L. († 31) vom Sendlinger Tor zur Corneliusstraße gefahren habe – wenige Meter vom Tatort an der Erhardtstraße entfernt.

Kam der Mörder am 29. Mai zwischen 4 und 8 Uhr morgens also an jene Stelle zurück, an der er den Italiener kaltblütig erstochen hatte? Der Zeuge sagte bei der Mordkommission aus, dass sich der Fahrgast auffällig benommen haben soll. Offenbar hatte dieser während der gesamten Fahrt versucht, Verletzungs- oder Kampfspuren zu verdecken. Die Mordermittler gehen davon aus, dass sich Domenicos Mörder bei der tödlichen Attacke mit mehreren Messerstichen selbst verletzt hatte.

Die 30 Beamten in der Soko Cornelius fahnden seit zwei Monaten mit Hochdruck nach dem Isar-Mörder. „Dieser Taxifahrer wäre für uns als Zeuge sehr wichtig“, sagt Polizeisprecher Peter Beck.

Der Ingenieur Domenico L. war gegenüber dem Europäischen Patenamt an der Isar getötet worden. Er hatte an dem Abend gegen 22 Uhr einen Mann zur Rede gestellt, der seine Verlobte angespuckt hatte, als diese mit dem Radl an ihm vorbeigefahren war. Im Verlauf der Auseinandersetzung zog der Unbekannte plötzlich ein Messer und erstach den 31-Jährigen. Laut Zeugenaussagen war der Täter isar-aufwärts und anschließend über die Corneliusbrücke geflüchtet. Doch hier verliert sich seine Spur.

Immerhin konnten die Ermittler eine DNA-Spur am Tatort sichern. Bislang konnte diese aber keinem bekannten Straftäter zugeordnet werden. Derzeit werten die Beamten 350 freiwillig abgegebene Speichelproben von Männern aus, die im Umkreis des Tatorts wohnen oder arbeiten. Zudem werden alle männlichen Handybenutzer zur Vernehmung geladen, die zum Zeitpunkt der Tat in diesem Bereich eingeloggt waren.

JAM

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