Mord-Prozess gegen italienischen Kellner

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Der Angeklagte Roberto P. spricht von Notwehr.

München - Der ehemalige Oberkellnereines italienischen Restaurants, Roberto P. (40),  steht seit Mittwoch wegen Mordes an einem Kollegen in München vor Gericht. Der Täter spricht von Notwehr.

Oben im Restaurant speisten die Gäste Pizza und Spaghetti. Auf der Kellertreppe im Bella Italia im Asamhof spielte sich unterdessen ein blutiges Drama ab: Kellner Roberto P. (40) rammte seinem Kollegen Luca V. (41) ein Messer ins Herz! Seit gestern muss sich Roberto wegen Mordes vor dem Schwurgericht verantworten.

Der Bluttat am Abend des 28. Oktober 2010 ist ein langer Streit zwischen den Kellnern vorausgegangen, sie konnten sich einfach nicht leiden. Roberto, Sohn eines Schäfers in Kalabrien („Ich war nur fünf Jahre in der Schule“) gilt als Hitzkopf, der keinem Streit aus dem Weg geht. Gegen 17.20 Uhr tritt er seinem Kollegen auf einen Fuß. Es sei ein reines Versehen gewesen, beteuert er vor Gericht.

Ob dummer Zufall oder gezielte Provokation – die beiden Kellner gehen aufeinander los. Roberto zieht den Kürzeren, der kräftiger gebaute Luca V. ist ihm überlegen.

Staatsanwalt Andreas Franck in seiner Anklage: „Danach begab sich Luca V., der den Streit weder begonnen hatte noch gewillt war, diesen fortzusetzen, ins Untergeschoss des Restaurants.“ Roberto aber will die soeben erlittene Schmach laut Anklage nicht hinnehmen. Er holt aus seiner Jacke ein Klappmesser und geht in den Keller, wo sich die Vorratsräume und die Toiletten befinden. Dort geht er auf den arg- und wehrlosen Luca los, rammt ihm das Messer mitten ins Herz!

Luca V., Vater von zwei kleinen Kindern, wird ins Krankenhaus gebracht. 24 Stunden später stirbt er an den Folgen des Stichs in die rechte Herzkammer.

Der Angeklagte schildert die Tat quasi als Notwehr. Er habe Luca mit dem Messer nur erschrecken wollen, doch dieser sei auf ihn losgegangen. „Er ist völlig ausgeflippt“, so Roberto. „Ich habe ihn in den Arm treffen wollen.“ Welch dummer Zufall, dass die 8,5 Zentimeter lange Klinge ins Herz seines Gegners trifft. Ob das Gericht ihm das abnimmt, wird sich beim Urteil (voraussichtlich 11. Oktober) herausstellen.

Eberhard Unfried

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