Lebenslänglich hinter Gitter?

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Norbert C. vor Gericht

München - Er soll lebenslang hinter Gitter! Für Staatsanwältin Nicole Selzam hat Norbert C. (49), der bei einem Einbruch vor 26 Jahren die damals 26-Jährige Kornelia S. erschlagen hat, gleich vier Mordmerkmale verwirklicht.

Die Anklägerin forderte deshalb auch die Erkennung der besonderen Schwere der Schuld: „Er hatte vor, sein Opfer für immer zum Schweigen zu bringen.“

Vor Gericht hatte der Mann mit der auffälligen Fix-und-Foxi-Tätowierung an der linken Hand das Verbrechen vom 6. Juli 1985 im Prinzip gestanden. Der Spüler hatte damals eine ganze Serie von Wohnungseinbrüchen in der Studentenstadt verübt, um seine Kasse aufzubessern. Als Kornelia S. beim Einbruch erwachte, würgte er sie zunächst und schlug ihr dann mit einer Wasserflasche den Schädel ein. Sein sterbendes Opfer ließ er zurück.

Kornelia St. wurde 1985 getötet. Mit moderner Technik konnte die Polizei 26 Jahre einen Tatverdächtigen ermitteln.

Der Angeklagte bestritt aber eine Tötungsabsicht: „Ich habe nicht gewollt, dass die Frau stirbt“, sagte er in seinem letzten Wort. Das nimmt ihm Staatsanwältin Selzam nicht ab: „Er wollte sie töten. Sie hätte ihn ziemlich sicher wiedererkannt, vor allem, weil er so auffällige Tätowierungen hat.“ Und: „Er wollte den Einbruch zu Ende führen, darum musste Kornelia S. sterben.“

Verteidiger Andreas von Máriássy sieht die Mordmerkmale der Heimtücke und Habgier nicht, dennoch blieb auch er in seinem Schlussvortrag unterm Strich beim Mord – Mord durch Unterlassen, weil er die schwer verletzte Frau ihrem Schicksal überlassen hatte.

Das Urteil wird kommenden Dienstag verkündet.

E. Unfried

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