Sie starb durch 18 Messerstiche

Mysteriöser Mord an Katrin M. in Obersendling

München - In Obersendling ist am Freitagabend die 31 Jahre alte Katrin M. von einem Unbekannten erstochen worden. Nun zeigte das Obduktionsergebnis, wie kaltblütig der Täter vorgegangen sein muss.

Sie lag rücklings in einer riesigen Blutlache auf der Schwelle – der Oberkörper schon im Hausflur, die Beine mit den Cowboystiefeln noch draußen auf der Schwelle. Regelrecht niedergemetzelt von 18 Messerstichen, die Hände und Arme zerschnitten im verzweifelten Abwehrkampf um ihr Leben, den sie nicht gewinnen konnte. Der Notarzt versuchte noch alles. Doch auch er konnte Katrin M. (31) am Ende nicht mehr retten.

Ein mysteriöser Frauenmord am Freitagabend mitten in einer belebten, modernen Wohnanlage ängstigt die Anwohner in der Halskestraße (Obersendling). Die Mordkommission hüllt sich seitdem in Schweigen. Von dem Täter scheint es bislang keine Spur zu geben. Alle Hoffnungen ruhen nun auf der DNA-Analyse.

Wer tötete Katrin M.?

Am Freitag um 20.30 Uhr hörten Anwohner im Eingangsbereich des Hauses erregte Stimmen. Und dann plötzlich laute Hilfeschreie. Vor den Briefkästen gegenüber der Eingangstür fanden die Bewohner die sterbende Katrin M. Vom Täter dagegen fehlt jede Spur. Offenbar sah keiner sein Gesicht oder beobachtete ihn auf der Flucht. Ob er mit dem Auto kam, zu Fuß oder per Radl, ob er schon im Haus auf die junge Frau gewartet hatte oder sie draußen vor der Tür abpasste – all das ist laut Polizeiangaben nicht bekannt.

Katrin M. und ihr Lebensgefährte wohnten erst seit acht Monaten im ersten Stockwerk der modernen Anlage. Sie arbeitete als Verlagskauffrau, er ist ein IT-Spezialist. Am Freitag war sie beim Sport gewesen im FitnessFirst-Club in der Einsteinstraße. Von dort aus fuhr sie direkt heim, wo ihr Lebensgefährte schon auf sie wartete. Anwohner sahen ihn später völlig geschockt und apathisch im Schlafanzug auf der Treppe sitzen. Der Mann scheidet nach jetzigem Erkenntnisstand als Täter aus.

Bilder vom Tatort in Obersendling

Frau in Obersendling ermordet: Hier geschah die Bluttat

Bis in die späte Nacht waren Mordkommission und Spurensicherung vor Ort. Die Obduktion ergab, dass Katrin M. von 18 Stichen durchbohrt wurde. 17 davon hätte sie überleben können. Einer jedoch traf ihr Herz und war tödlich. Der Mörder stach mit solcher Wucht zu, dass der Messergriff abbrach. Dieser Griff ist verschwunden, könnte vom Täter weggeworfen worden sein. Die Mordkommission (Tel. 2910-0) bittet um Hinweise. Die extreme Brutalität weist darauf hin, dass starke Emotionen im Spiel waren, sich Täter und Opfer möglicherweise gekannt haben. Die sehr sportliche und groß gewachsene Katrin M. stammte aus einer alteingesessenen und angesehenen sächsischen Familie in Bautzen. Ihre Cousine, mit der sie eng befreundet war, ist eine erfolgreiche Designerin in Dresden.

Katrins Tante aus Bautzen sitzt für die CDU im Bundestag. Tieftraurig sagte die 63-Jährige am Sonntag der Dresdner Morgenpost: „Diese Nachricht hat uns alle sehr getroffen. Katrin war immer so fröhlich, hat nie von Problemen gesprochen. Das kann man alles gar nicht verstehen. Ich hoffe, dass die Polizei den Täter schnell fasst. Aber das wird uns die Katrin auch nicht wieder zurückbringen.“

Dorita Plange  

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