Polizei sucht Zeugen aus der U-Bahn

Katrin M. - das letzte Foto vor ihrem grausamen Tod

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Die Polizei sucht mithilfe eines Bildes aus der S-Bahn nach Zeugen, die Katrin M. in der Tatnacht gesehen haben.

München - Der brutale Mord an Katrin M. (31) schockt München. Die Fahnder hoffen nun, dass die Münchner helfen können, den Täter ausfindig zu machen - und veröffentlichen neue Bilder:

Als die Überwachungskamera in der S-Bahn dieses Foto schoss – da hatte Katrin M. (31) noch 26 Minuten zu leben. Da war sie auf der Heimfahrt nach Ober­sendling in die Halskestraße 17. Dort, wo ihr Mörder schon aus sie wartete...

Wer hat Katrin M. am Abend des 4. Januar gesehen?

Fünf Tage nach der Ermordung der Münchner Verlagsangestelltenveröffentlichte die Mordkommission am Mittwoch Fotos des Opfers. Gesucht werden Zeugen, die mit Katrin M. am Freitag speziell in den letzten 90 Minuten ihres Lebens in irgendeiner Form Kontakt hatten oder sie zumindest auf ihrem Heimweg sahen.

Nach Schilderung von Markus Kraus, dem Leiter der Mordkommission, war Katrin nach der Arbeit im Verlag Gräfe & Unzer in der Grillparzerstraße ins nahegelegene Sportstudio FitnessFirst in der Einsteinstraße gegangen. Um 18.30 Uhr checkte sie dort ein. Etwa gegen 20.15 Uhr – so erinnern sich die Mitarbeiter – verließ sie das Studio.

Vermutlich ging sie von dort aus ohne Umwege zum S-Bahnhof Leuchtenbergring, an dem es keine Videoüberwachung gibt. Um 20.39 Uhr wird sie in der S-Bahn am Marienplatz gefilmt. Sie wirkt etwas müde, trägt eine auffällige, grüne Sporttasche. Am Marienplatz steigt sie um in die U3 Richtung Fürstenried-West. Am Bahnhof Aidenbachstraße steigt sie um 20.53 Uhr wieder aus. Die Videoüberwachung zeigt, dass mit ihr mehrere Leute aussteigen. Diese Passanten werden dringend als Zeugen gesucht.

Vom Bahnhof Aidenbachstraße in die Halskestraße sind es etwa acht Minuten Fußweg. Gegen 21 Uhr kam Katrin M. daheim an. Im Flur vor den Briefkästen traf sie auf ihren Mörder, der sie mit 18 Stichen tötete – mit einer solchen Wut und Wucht, dass der Griff des Küchenmessers abbrach. Der Griff wurde bis heute nicht gefunden.

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Und auch den Mörder hat nach bisherigen Erkenntnissen niemand gesehen. Nachbarn hatten lediglich kurz vor dem Angriff im Flur des Hauses streitende Stimmen und dann Katrins Hilfeschreie gehört. Um 21.05 Uhr ging der erste Notruf bei der Polizei ein. Da lag die 31-Jährige bereits sterbend in einer Blutlache. Ein Stich hatte ihr Herz getroffen. Der Notarzt konnte sie nicht mehr retten. Katrin M.s Lebensgefährte hatte in der gemeinsamen Wohnung auf sie gewartet, von dem Mord überhaupt nichts mitbekommen. Er wurde erst von Nachbarn verständigt. Gegen ihn richtet sich keinerlei Tatverdacht. Jedoch gibt es Hinweise darauf, dass er vielleicht nicht der einzige Mann in Katrin M.s Leben war.

Im Münchner Polizeipräsidium und in der Rechtsmedizin wird seitdem fast rund um die Uhr gearbeitet. 20 Beamte der Mordkommission haben die „Soko Aidenbach“ (Tel. 089/2910-0) gegründet. Zwei Münchner Beamte sind bereits in Katrin M.s Heimatstadt Bautzen (Sachsen) gefahren. Zur Zeit durchforstet die Polizei ihren Freundes-und Bekanntenkreis sowie ihre Internet-Aktivitäten und Telefondaten.

Von besonderem Interesse ist ihre blutgetränkte Daunenjacke, die zur Zeit in der Rechtsmedizin untersucht wird. Sie wurde in zwei Hälften aufgetrennt und rein optisch in rund 1500 Felder aufgeteilt, die nun einzeln abgestrichen und auf fremdes Blut bzw. fremde DNA untersucht werden. Denn es ist nicht ausgeschlossen, das sich der Täter im Kampf mit Katrin selbst verletzt hat. Denkbar wären auch Speichelspuren oder Hautabrieb. Maximal 72 solcher Spuren können die Rechtsmediziner pro Tag analysieren. Allein die Untersuchung der Jacke wird damit rund drei Wochen in Anspruch nehmen.

Dorita Plange

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