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Mord oder tragischer Unfall? Witwer (62) soll Frau per Kopfschuss getötet haben - Sein Fall wirft Fragen auf

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Von: Andreas Thieme

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Srecko S. (62) muss demnächst erneut auf die Anklagebank
Srecko S. (62) muss demnächst erneut auf die Anklagebank © SIGI JANTZ

Sein Fall bleibt mysteriös - und beschäftigte sogar den Bundesgerichtshof. Nachdem Srecko S. (62) in München zunächst wegen unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt worden war, kippte den BGH das Urteil. Jetzt muss der Witwer erneut vor Gericht. Er soll seine Frau (36) ermordet haben.

München - Srecko S. (36) muss erneut in München vor Gericht. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschieden. Vor wenigen Tagen haben die obersten deutschen Richter ein Urteil des Landgericht München I gekippt: Dort war der 62-Jährige Anfang des Jahres wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu zwei Jahren Knast verurteilt worden. Doch jetzt wird der Fall ganz neu aufgerollt.

Denn: Srecko S. soll seine Frau Oranit S. (†36) per Kopfschuss getötet haben. Die genauen Umstände konnten bislang noch nicht geklärt werden. Den Ermittlungen zufolge soll Srecko S. die Frau aber regelrecht hingerichtet haben. Mutmaßlich musste sie sich vor ihn hinknien, als er sie erschossen hatte. Im ersten Prozess vor dem Landgericht München I konnte das aber nicht bewiesen werden. Die damaligen Verteidiger von Srecko S., Benjamin Stehle und Adam Ahmed, konnte ein Urteil wegen Mordes oder Totschlag abwenden. Verurteilt wurde S. in München nur wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

München: Witwer muss erneut vor Gericht - er soll seine Ehefrau per Kopfschuss hingerichtet haben

Gegen das Urteil hatte die Staatsanwaltschaft aber Revision beantragt, der Bundesgerichtshof prüfte den Fall. Ergebnis: „Das Urteil wird aufgehoben, die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung an eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts München zurückverwiesen“, sagt eine Sprecherin. Stattfinden wird der Prozess erst nächstes Jahr.

Unstrittig ist, dass Oranit S. durch einen Kopfschuss gestorben ist - ihre Leiche wurde im gemeinsamen Haus am Stadtrand von München gefunden. Srecko S. bestritt die Tat vor Gericht. Er behauptete, seine Frau habe sich umbringen wollen. Er selbst hatte angeblich noch versucht, ihr die Waffe zu entreißen. Fakt ist aber, dass seine Frau sich von ihm trennen wollte und er kurz vor dem Todesfall Nachrichten auf ihrem Handy gesehen hatte, die sie an einen anderen Mann geschickt hatte.

Tötete er sie im Streit? Das muss der neue Prozess am Münchner Landgericht in 2023 erst zeigen. Im ersten Anlauf sah das Gericht zwar große Zweifel an Sreckos Version, konnte letztlich aber keinen Nachweis für ein Tötungsdelikt führen und entschied im Zweifel für den Angeklagten.

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