Urteil gefällt

"Mord ohne Leiche": Täter bekommt lebenslange Haft

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Bülent A. wurde wegen dem Mord an seiner Freundin zu lebenslänglicher

München - Er verbrachte die Tage mit Kumpels am Kiosk und halste der Freundin einen Schuldenberg auf. Sie zog einen Schlussstrich in der Beziehung und stellte ihm ein Ultimatum für den Auszug. Diese Konstellation führte zum Mord. Jetzt muss der Mann lebenslang in Haft.

Das Münchner Schwurgericht hat im Prozess um den sogenannten Mord ohne Leiche den Angeklagten am Donnerstag zu lebenslanger Haft verurteilt. Der 45-Jährige hat im März 2013 seine Lebensgefährtin und Mutter der beiden gemeinsamen Kinder wegen ihrer Trennungsabsicht umgebracht. Erst 14 Monate später wurde unmittelbar vor dem zunächst auf Mai 2014 terminierten Prozessbeginn die Leiche nach einem anonymen Hinweis gefunden.

Das Urteil in dem sechsmonatigen Indizienprozess entspricht weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die allerdings auch noch die besondere Schwere der Schuld festgestellt wissen wollte. Dafür reichten den Richtern die Gesamtumstände der Tat nicht. Die Verteidigung, die auf Freispruch plädierte, wird das Urteil voraussichtlich anfechten. Ihr Mandant hat bis zuletzt geschwiegen.

Die langjährige Verbindung zwischen dem Mann und der sieben Jahre jüngeren Frau war so zerrüttet, dass sie sich im Herbst 2012 zur Trennung entschloss und dies dem Lebensgefährten auch mehrmals unmissverständlich mitteilte. Durch sein Verschulden hatte die junge Frau fast 100 000 Euro Schulden und musste ebenso wie er Privatinsolvenz anmelden. Für den Angeklagten war dies laut Urteil kein Anlass, sich Arbeit zu suchen. Er zog es vor, das Sozialleistungssystem „mit allen erlaubten, aber auch unerlaubten Mitteln maximal auszuschöpfen“, sagte der Vorsitzende Michael Höhne. Sein unstetes Leben sei für die Frau unerträglich geworden.

Am 12. März 2013 hat der Mann dem Urteil zufolge bei einer letzten Aussprache die junge Mutter mit drei Fausthieben niedergestreckt und der Bewusstlosen Tritte ins Gesicht und gegen die Brust versetzt. Das Opfer erstickte an eingeatmetem Blut. Der Täter legte die Tote in einem Wäldchen ab, entsorgte Personalausweis, Kleider und SIM-Karte der Toten und gab vor, die 36-Jährige habe sich für einige Monate verabschiedet. Der neue Partner der jungen Frau glaubte ebenso wenig an deren freiwilliges Abtauchen wie eine Freundin, die Vermisstenanzeige erstattete. Kurz darauf wurde der Angeklagte unter Mordverdacht verhaftet. „Die Kammer ist durch Indizien und Beweisanzeichen ohne jeden Zweifel von der Schuld des Angeklagten überzeugt“, sagte Höhne.

dpa

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