Vor Mord in Portugal: Heftiger Streit mit Opfer

Vor der Tat sollen der Angeklagte Gunnar D. und seine Ex-Geliebte einen heftigen Streit gehabt haben.

München - Wenige Wochen bevor Gunnar D. seine Ex-Geliebte und das gemeinsame Kind in Portugal umgebracht haben soll, hatte das Paar eine heftige Auseinandersetzung.

Eine Sozialpädagogin des Heims für alleinerziehende Mütter, in dem die 30-Jährige bis zu ihrem Tod im Juli 2010 lebte, schilderte am Montag im Doppelmordprozess vor dem Münchner Schwurgericht einen Auftritt des 44 Jahre alten Angeklagten, bei dem dieser einen “aufgelösten Eindruck“ gemacht und sein zerrissenes Poloshirt zu verbergen versucht habe. Auf ihre Fragen habe er gesagt, das Hemd habe die 30-Jährige zerrissen. Eine Kollegin erzählte ihr später, zwischen dem Paar habe es Streit gegeben.

Diese Kollegin hatte mit der jungen Mutter über den Vorfall gesprochen. “Sie war sehr aufgebracht, aber auch sehr traurig“, sagte die Zeugin. Die Frau habe geklagt: “Der Vater will kein Vater sein.“ Er habe ihr angeboten, ihr eine Reise zu zahlen. “Sie war darüber empört“, sagte die Zeugin. “Sie hat gesagt, damit lasse sich nichts rückgängig machen.“ Der 44-Jährige hatte sich laut Anklage geweigert, das Kind als seines anzuerkennen, dessen Mutter hatte ihn wegen Unterhaltspflichtverletzung angezeigt.

Der Techniker wird beschuldigt, seine frühere Freundin bei einer “Versöhnungsreise“ am 10. Juli 2010 im Meer bei Lagos in Portugal ertränkt und kurz darauf die 21 Monate alte Tochter auf unbekannte Weise getötet zu haben. Der Leichnam des Kindes wurde erst acht Monate später in einer Felsspalte gefunden. Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft an, der Angeklagte habe sich um den Unterhalt drücken und seine Vaterschaft vor seiner Lebensgefährtin verbergen wollen. Der 44-Jährige hat den zweifachen Mord bestritten und darüber hinaus keine Angaben gemacht. Der Prozess dauert an.

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