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Die tz klärt die 10 wichtigsten Fragen

Das Mord-Rätsel von Obersendling

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Katrin M. (31) (kl. Bild) wurde in diesem Haus mit 18 Stichen getötet.

München - Die Polizei tappt beim Mord an der 31-jährigen Katrin M. bisher im Dunkeln. Das Mord-Rätsel von Obersendling - die tz klärt die 10 wichtigsten Fragen.

Vier Tage nach dem grauenhaften Mord an der Verlagsangestellten Katrin M. (31) in der Halskestraße (Obersendling) hat die Münchner Polizei noch keine heiße Spur. Zwanzig Beamte der Münchner Mordkommission durchleuchten zur Stunde das Leben, die Kontakte, die Gewohnheiten der attraktiven und sportlichen jungen Frau. Mit großem Aufwand werden die letzten Stunden der 31-Jährigen rekonstruiert. Sie kam am Freitag Abend aus dem FitnessFirst-Club in der Einsteinstraße, fuhr mit der U-Bahn heim. Gegen 21 Uhr wurde sie mit 18 Messerstichen im Flur ihres Wohnhauses in der Halskestraße umgebracht. Das Mord-Rätsel von Obersendling – die tz klärt die 10 wichtigsten Fragen:

War Katrin M. am Mordabend allein unterwegs?

Ja. Eine Auswertung der Videokameras am Sendlinger U-Bahnhof Aidenbachstraße zeigt, wie sie allein ausstieg und sich auf den etwa 700 Meter langen Fußweg heim machte. Das bestätigte am Montag der Chef der Münchner Mordkommission, Markus Kraus. Die Kripo befragte noch am Abend des Mordes den Parkwächter Zoran G., der das Parkhaus und Einfahrten im Einkaufszentrum Einstein unter dem Fitness-Studio überwacht. Auf seinen Kameras war Katrin, die eine auffallend grüne Tasche bei sich hatte, nach dem Training nicht zu sehen.

Ging Katrin ohne Umwege heim?

Ja – zumindest nach den bisherigen Erkenntnissen. Es gibt bislang niemanden, der sie in Begleitung sah

Hat jemand den Mörder vorher oder hinterher gesehen?

Nein. Kein Anwohner hat vorher oder nachher eine auffällige Beobachtung gemacht. Die Hausbefragungen in der Nachbarschaft dauern noch an.

Müssen sich die Anwohner fürchten vor dem Messer-Mörder?

Nach Einschätzung der Polizei: Nein. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für einen Sexual-oder Raubmord. Alle Wertgegenstände der jungen Frau sind noch da. In dem Viertel gab es in letzter Zeit auch keinerlei ungeklärte Übergriffe auf Passanten .Ein zufällig dort lebender, registrierter Stalker hat ein Alibi. Zur Beruhigung der Anwohner fahren zur Zeit häufiger Streifen durchs Viertel.

Wurde der abgebrochene Messergriff gefunden?

Nein. Bei der Tatwaffe handelt es sich um ein Küchenmesser. Die Klinge lag neben der Leiche. Der Griff ist verschwunden. Die Mordkommission ließ den gesamten Hausmüll – insgesamt drei Container voll – sicherstellen. In einem Recyclinghof werden die Tonnen ausgeleert und per Hand sortiert. Kein angenehmer Job, aber wichtig. Der Mörder könnte außer dem Griff auch blutbefleckte Kleidung, etc. weggeworfen haben.

War ihr Lebensgefährte der einzige Mann in ihrem Leben?

Unklar. Das ist ein wichtiger Gegenstand der Ermittlungen.

Ermittelt die Mordkommission auch in Sachsen?

Ja. Katrin M. stammt aus Bautzen/Sachsen. Die Polizei dort übernimmt Befragungen von Familienmitgliedern und Bekannten. So war Katrin z.B. eng befreundet mit ihrer Cousine, einer Dresdner Designerin.

Welche Untersuchungsergebnisse stehen noch aus?

Die Analyse von DNA-Spuren ist noch in Bearbeitung, ebenso wie spurentechnische Gutachten und die Auswertung der Handyverbindungsdaten des Opfers.

Frau in Obersendling ermordet: Hier geschah die Bluttat

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Warum wurde die Wohnung versiegelt?

Die Wohnung wird in den nächsten Tagen akribisch durchsucht. Briefe, Email-Verkehr, Internet-Aktivitäten, Fotos, Tagebücher – alles könnte Hinweise enthalten.

Welche Motive kommen in Frage?

Die ganze Art der Tatausführung spricht für einen Mann. Und für starke Emotionen, die den Mörder in einen Blutrausch versetzten.

tz-Umfrage im Fitness-Studio

Kurz vor dem Mord trainierte Katrin M. noch im FitnessFirst-Club im Einkaufzentrum Einstein in der Einsteinstraße, bevor sie den knapp zehn Kilometer langen Heimweg zu ihrer Wohnung in der Halskestraße (Obersendling) antrat. Auch hier ist man fassungslos angesichts der entsetzlichen Bluttat. Die tz hat sich bei Mitgliedern des Fitness-Studios umgehört:

Angst in Nacht

Da kriegt man das Grausen. Ich habe immer Angst, nachts alleine durch die Straßen zu laufen. Was der jungen Frau passiert ist, ist furchtbar! Und wenn man daran denkt, dass sie hier am Freitag noch ganz normal trainiert hat …

Ellen N. (56), selbständig

Bin fassungslos

Ich kannte das Opfer zwar nicht, gehe aber in das gleiche Fitness-Studio. Die Tat macht mich fassungslos. Die Frau wurde mit 18 Messerstichen umgebracht. Wer ist zu so etwas fähig? Sie muss einen großen Feind gehabt haben. Vielleicht ist ihr der Täter vom Fitness-Studio gefolgt. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man daran denkt.

Marcus D. (30), Koch

Wie im Krimi

Ich bin zutiefst erschüttert über diesen Mord. Man glaubt immer nicht, dass bei uns so etwas geschehen kann – und dann passiert es doch. Und der Mörder läuft frei herum! Klingt wie ein Krimi, ist aber brutale Realität. Mir tut das Mädchen sehr leid. Sie war erst 31 Jahre alt! Wahrscheinlich kannte sie den Täter.

Irina R. (57), Sozialpädagogin

Dorita Plange, Christina Schmelzer

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