Mordfall Kornelia: Geständnis nach 25 Jahren

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Kornelia St. wurde 1985 getötet. Mit moderner Technik kam die Polizei dem Täter nun auf die Schliche. Foto. rk

München - Die moderne Kriminaltechnik macht's möglich. Nach 25 Jahren steht Kornelias mutmaßlicher Mörder vor Gericht. Sein unglaubliches Geständnis.

Vor dem Münchner Schwurgericht hat der Strafprozess um einen 25 Jahre zurückliegenden Raubmord begonnen. Angeklagt ist ein 49 Jahre alter Mann. Er soll in der Nacht zum 6. Juli 1986 in ein Appartement in der Studentenstadt München-Freimann eingedrungen sein und die aus dem Schlaf erwachende Bewohnerin mit einer Flasche erschlagen haben.

Der Angeklagte gestand zum Prozessauftakt den tödlichen Angriff. Dank verbesserter Kriminaltechnik war er erst im Oktober 2010 durch seinen Handabdruck am Tatort als mutmaßlicher Täter identifiziert worden.

“Ich bin davon ausgegangen, dass keiner drin ist“, sagte der Kraftfahrer zu seinem Eindringen in die Wohnung. Er sei über die Balkonbrüstung der Hochparterre-Wohnung geklettert und durch die offene Tür hineingegangen, “um zu stehlen, ich bin nicht rein, um eine Person zu töten“. Die Bewohnerin, eine 26-jährige Verkäuferin, erwachte und schreckte hoch.

“Ich bin selber erschrocken“, sagte der Angeklagte. Die junge Frau habe ihn festzuhalten versucht, beim folgenden Gerangel habe er eine auf dem Tisch stehende Flasche gepackt und zwei Mal damit zugeschlagen. Dann flüchtete er mit 250 Mark aus der Börse des Opfers. Die 26-Jährige erlitt schwerste Kopfverletzungen. Sie war laut Anklage noch einige Zeit am Leben, aber nicht mehr in der Lage, Hilfe zu holen. Zwei Studenten fanden später die Tote, aufgeschreckt durch Blutspuren vor dem Appartement.

Der Angeklagte ist seit seinem 14. Lebensjahr immer wieder wegen Eigentumsdelikten bestraft worden und hat insgesamt elf Jahre im Gefängnis gesessen. Gegen ihn wird voraussichtlich an sieben Tagen verhandelt.

lby

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