Mordfall Poschinger: Hausmeister hortet kiloweise Munition

+
Rainer H.: Killer im Hausmeister-Kittel?

München - Der Angeklagte im Prozess um den Mord an Dirk von Poschinger-Camphausen hatte mehrere Waffen sowie kiloweise Munition in seiner Garage gelagert. Eine der Pistolen stammt aus der Asservatenkammer der Justiz.

Lesen Sie auch:

Mordprozess: Poschingers Frau ganz tapfer

Wie kam sie zu Rainer H.? 1990 hatte sich mit dem Revolver Kaliber 38 Spezial ein Münchner das Leben genommen. Die Polizei stellte die Waffe damals sicher und brachte sie in der Asservatenkammer. Von dort aus gelangte die Pistole im April 2001 an die Justiz-Waffenverwaltungsstelle. Wie die Waffe dann in den Besitz des Angeklagten Rainer H. kam, das lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

„Wahrscheinlich wurde die Pistole irgendwann weiter veräußert“, erklärte am Mittwoch ein Kriminalbeamter als Zeuge im Mordprozess. Es sei damals „durchaus üblich“ gewesen, dass derlei Waffen wieder zurückgeführt werden in den normalen Kreislauf. Buch führte darüber offenbar niemand.

Drei weitere Waffen, darunter auch die Ruger Kaliber 22, aus der Rainer H. am 14. Januar dieses Jahres 13 Schüsse auf Dirk von Poschinger-Camphausen abgefeuert haben soll, fand die Polizei in der Garage des Angeklagten am Freiburger Platz in Laim. Zudem stellten die Beamten gut 30 Kilo an Munition fest, allein 5000 Schuss für die Tatwaffe.

Rainer H. soll Poschinger-Camphausen erschossen haben, um an dessen 50.000 Euro teure Limousine zu kommen. Die habe er aus Geldnot verkaufen wollen. Rainer H. hingegen behauptet, seine Ex-Frau habe das alles inszeniert, um ihn fertig zu machen. Das jedenfalls hatte der Angeklagte seiner Mutter gegenüber geäußert, als diese ihn in Haft besuchte. Im Prozess schweigt H. eisern.

Bettina Link

Auch interessant

Kommentare