Mordprozess nach Brand in Dachauer Straße

Mordverdächtiger mit dreistem Auftritt: Sind drei Tote für ihn ein Witz?

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Mit Victory-Zeichen im Gerichtssaal:  Mohamed E. beim Prozessauftakt.

Lächelnd betrat er den Gerichtssaal – und zeigte mit zwei Fingern das Victory-Zeichen. So begann gestern der Prozess gegen Mohamed E. (43), der einen sichtlich vergnügten Auftritt hinlegte.

München - Dabei ist er wegen dreifachen Mordes angeklagt! Laut Staatsanwaltschaft legte Mohamed E. am 2. November 2016 den Brand in der Dachauer Straße, bei dem ein Mann mit seinen beiden Töchtern (9 und 16) ums Leben kam. Insgesamt 39 Personen hatten kurz nach 1 Uhr nachts in dem Mehrfamilienhaus geschlafen, als E. im Hausflur eine Matratze angezündet haben soll.

Sein Motiv: Wut! Laut Anklage ärgerte E. sich über die angeblich schlimmen Zustände im Haus – und steckte die Matratze spontan in Brand. Seit Tagen hatte diese herrenlos vor seiner Haustür im zweiten Stock gestanden – sie ging sofort in Flammen auf. Binnen Minuten brannte das ganze Treppenhaus dann lichterloh.

Aleksandar M. und seine Töchter hatten keine Chance, als sie aus ihrer Wohnung im fünften Stock fliehen wollten. Sie starben in den Flammen. Andere Hausbewohner retteten sich auf über die Feuerleiter oder auf umliegende Dächer. Das Haus brannte völlig aus – nur durch Glück gab es nicht mehr Opfer!

„Er bestreitet die Tat und macht keine weiteren Angaben dazu“

Doch vor Gericht will Mohamed E. nichts mit dem Brand zu tun haben. „Er bestreitet die Tat und macht keine weiteren Angaben dazu“, sagten die Verteidiger Walter Lechner und Birgit Schwerdt.

1999 kam Mohamed E. von Lybien nach Deutschland und heiratete seine Cousine in Hannover. Nach der Scheidung 2004 zog er nach München, „die Aussicht auf Jobs war hier besser“, sagt er. Doch eine Anstellung fand er nur kurz: als Lagerist und Service-Kraft im Hotel. Meist zahlte das Arbeitsamt seinen Lebensunterhalt. „Tagsüber ging ich oft spazieren und ins Museum“, sagte E.

Für die Staatsanwaltschaft wird es schwierig, ihn zu überführen. Zwar habe E. den Tod der Hausbewohner „billigend in Kauf genommen“ und heimtückisch sowie aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Doch bislang gibt es dafür keine Beweise. „Es ist ein reiner Indizien-Prozess“, sagt Lechner.

Sehen Sie auch unser Video: Brand in der Dachauer Straße - Tatverdächtiger verhaftet

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