Seltener Dialekt macht Probleme

Mordversuch im Asylheim: Kurioser Prozessauftakt

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Cheik T. (24) wird in Handschellen in den Gerichtssaal geführt – er ist wegen versuchten Mordes angeklagt.

München - Es ist ein sehr ernstes Thema - einem 24-Jährigen wird versuchter Mord vorgeworfen. Doch der Prozessauftakt fiel sehr kurios aus.

Kurioser Prozessauftakt gegen einen mutmaßlichen Gewaltverbrecher! Cheik T. (24) stand am Mittwoch vor dem Landgericht, weil er im Oberschleißheimer Asylantenheim von hinten auf einen Mann eingestochen haben soll. Anklage: versuchter Mord. Richter Norbert Riedmann musste die Verhandlung aber immer wieder unterbrechen und konnte den Prozess gar nicht richtig anfangen. Cheik T. stammt aus dem Senegal und spricht die dort verbreitete Umgangssprache Wolof – nicht aber Französisch, die offizielle Amtssprache. Für den afrikanischen Dialekt findet sich nur leider kaum ein Übersetzer. Der Experte, der am Mittwoch vor Ort war, hatte Verständigungsprobleme. Also: Vertagung!

Nun kann wohl frühestens im Januar gegen Cheik T. verhandelt werden. Er stach laut Anklage am 4. März gegen 21.45 Uhr in der Gemeinschaftsküche mit einem Messer zu – Opfer Ebuka E. (25) soll sich gerade über den Kochtopf gebeugt haben, als ihn die 11,6 Zentimeter lange Klinge von hinten in den Kopf traf. „Ich bring dich um“, soll Cheik T. zuvor geschrien haben. Andere Hausbewohner trennten die beiden. Wie durch ein Wunder wurde Ebuka E. nur leicht verletzt. Laut Anklage drehte er sich im Moment des Angriffs um. Das Messer prallte an seinem harten Schädelknochen ab und drang nur leicht ein. Dabei soll Cheik T. das Messer sogar noch aus der Hand gerutscht sein – er selbst soll sich dadurch die Sehne in zwei Fingern durchtrennt haben.

Vor Januar wird sich Cheik T. nicht zu den Vorwürfen äußern.

A. Thieme

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