Er stach auf die Mutter seiner Kinder ein

Neuneinhalb Jahre Haft für Mordversuch in Pizzeria

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Stach aus Eifersucht zu: Enver K. vor dem Landgericht. 

Enver K. (38) ist schuldig des versuchten Mordes an seiner Ex-Frau Zejnepe (37). Er muss neun Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

München - Im August 2016 hatte K. in einer Schwabinger Pizzeria mit einem Taschenmesser mehrmals auf die Mutter seiner Kinder eingestochen. Eine Überwachungskamera filmte alles mit. „Bilder von Gewalttaten laufen normalerweise abends im Fernsehprogramm“, sagt Richter Michael Höhne. „In diesem Fall war es keine inszenierte Brutalität, sondern die Realität.“

Eifersuchtsdrama endete beinahe tödlich

Die Strafkammer untersuchte in den Verfahren jedes Standbild. Zu sehen ist, wie Enver K. auf seine Frau zustürmt und sein Schweizer Taschenmesser dabei wie einen Eispickel hält. Zejnepe steht mit dem Rücken zu ihm vor dem Tresen. In der Pizzeria an der Elisabethstraße arbeitet sie als Putzfrau. Die Stiche treffen sie an Hals, Schulter und Becken. Blutüberströmt liegt die wehrlose Frau am Boden. K. zieht sie an den Haaren zu sich heran. Vor Gericht sagt er: „Ich wollte sie nicht töten, sondern ihr einen Denkzettel verpassen.“ Mit einer schnellen Bewegung schlitzte er Zejnepe die Stirn auf. Dann rannte er aus dem Restaurant, entsorgte das Messer und stellte sich an einer Tankstelle der Polizei. Seine Frau überlebte nach mehreren Notoperationen und vier Tagen Behandlungen auf der Intensivstation der Nußbaumklinik.

Enver K. handelte aus Sicht der Strafkammer aus Eifersucht. Zejnepe K. wollte die Scheidung. Das wollte Enver K. nicht akzeptieren. Er vermutete einen neuen Liebhaber. Zejnepe K. kämpft auch knapp ein Jahr danach mit den Folgen der Attacke. Angst, Schlafstörungen, Panikattacken – ein Psychotherapeut kümmert sich um die seelischen Wunden. Ein Blick in den Spiegel wird sie immer an den schlimmsten Tag ihres Lebens erinnern. Richter Höhne: „Schmerzen vergehen, aber Narben bleiben.“

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