Mordversuch vor Kultfabrik: Opfer wollte Diebe stellen

München - Dem Opfer der Messerattacke vor der "Kultfabrik" am Ostermontag ist offenbar seine Zivilcourage zum Verhängnis geworden. Warum die beiden mutmaßlichen Täter auf ihn losgegangen sind:

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Messerattacke: Polizeieinsatz vor Kunstpark Ost

Mordversuch vor Kultfabrik: Verdächtiger festgenommen

In den frühen Morgenstunden des Ostersonntags war es zu einer schweren Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen vor dem Disco-Areal "Kultfabrik" in Berg am Laim gekommen. (Wir berichteten): Ein 22-jähriger iranischer Asylbewerber, das spätere Opfer, hatte beobachtet, wie ein anderer Besucher des Anwesens von den beiden Tatverdächtigen bestohlen worden war. Er wollte sowohl das Diebstahlsopfer als auch dessen Begleiter auf den Diebstahl hinweisen und die Tatverdächtigen zeigen. Dies bemerkten die beiden Tatverdächtigen offensichtlich und gerieten so in Rage, dass sie gemeinsam auf den iranischen Asylbewerber losgingen und ihn mit einem scharfen Werkzeug attackierten.

Dabei erlitt der Iraner Stich- und Schnittverletzungen im Gesicht und seitlich am Kopf. Außderm brachen die mutmaßlichen Täter dem Asylbewerber einen Wirbel. Das Opfer versuchte, vor dem Angriff zu flüchten und lief deshalb auf die Straße, wo er ein herannahendes Streifenfahrzeug der Polizei auf sich aufmerksam machen konnte.

Messerattacke vor der Kultfabrik: Bilder vom Tatort

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Einer der beiden Tatverdächtigen trat noch auf den Geschädigten ein, bis er unter Gegenwehr durch die Beamten fixiert und festgenommen werden konnte. Gegen ihn wurde am Ostermontag,  Haftbefehl wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes erlassen.

Durch umfangreiche Ermittlungen des Kommissariats 11 gelang es auch, den zweiten Tatverdächtigen zu ermitteln. Er wurde am Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der ebenfalls einen Haftbefehl wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes erließ.

Der Geschädigte befindet sich nach wie vor in stationärer Behandlung in einer Klinik.

Nach ihren eigenen Angaben handelt es sich bei den Tatverdächtigen um Palästinenser. Tatsächlich dürften sie aber aus dem nordafrikanischen Bereich stammen. Derzeit werden ihre Angaben zu Alter und Herkunft überprüft.

Die Tatbeute des ursprünglichen Diebstahls, u.a. ein Smartphone und eine Armbanduhr, sind bislang noch nicht wieder aufgetaucht.

Zeugenaufruf: Personen, die Beobachtungen zu dem Diebstahl und/oder zu der körperlichen Auseinandersetzung machen können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. Insbesondere werden die Taxifahrer, die am Standplatz Grafinger Straße direkt vor dem dortigen Eingang zum Kunstpark auf Fahrgäste gewartet haben und das Geschehen unmittelbar mit verfolgt haben müssten, gebeten, sich mit der Mordkommission K 11, Tel.: 089/2910-0 in Verbindung zu setzen.

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