Mordversuch in Dachau

Liebesnacht unter Männern endet alles andere als harmonisch

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Gabor S. mit seinem Anwalt vor Gericht.

München - Auf einem Internetportal hatten sie sich kennengelernt und verabredet. Doch die vermeintliche Liebesnacht zweier Männer endete alles andere als harmonisch.

 Als Gabor S. (43) in der Nacht auf den 12. Juli vorigen Jahres bei Helmut B. (65, Name geändert) in Dachau übernachtete, schlug er seiner Bekanntschaft mitten in der Nacht einen Fleischklopfer und eine volle Flasche Sekt über den Schädel!

Jetzt steht er wegen versuchten Mordes, besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht München II.

Rentner Helmut B. hat schwere Verletzungen erlitten, darunter mehrere Brüche im Gesicht. Sein Sehvermögen ist gestört.

Schlimmer noch nehmen Helmut B. aber die psychischen Auswirkungen mit. Als der Verteidiger ankündigt, dass Gabor S. gerne noch „persönliche Worte“ an B. richten möchte, bricht dieser in Tränen aus. „Er kann’s machen, aber er hat mein Menschenvertrauen so beschädigt“, sagt B. schluchzend. Das mit den persönlichen Worten lässt der Angeklagte dann doch bleiben.

Das Motiv der brutalen Attacke liegt noch im Dunkeln. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass S. den Rentner handlungsunfähig machen, gegebenenfalls sogar töten wollte, um ihn auszurauben. Schließlich stahl er dem Dachauer auch eine Goldkette im Wert von 930 Euro sowie das Handy.

Der Angeklagte selbst, ein Ungar ohne festen Wohnsitz, bestreitet dieses Motiv. Er sei nachts aufgewacht, weil er einen Schlag ins Gesicht bekommen habe – der 65-Jährige habe im Schlaf um sich gehauen. Da sei er in die Küche gegangen, habe Fleischklopfer und Sekt geholt und damit zugeschlagen. „Es tut mir sehr leid“, sagt er. Er wisse nicht, warum er das gemacht habe.

Nina Gut

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