Hebamme eingehend überprüft

Mordversuche: Klinik wehrt sich gegen Kritik

München - Das Münchner Uni-Klinikum Großhadern hatte eine inzwischen wegen Mordversuchs im Kreißsaal verhaftete Hebamme nach einem warnenden Brief ihres vorherigen Arbeitgebers eingehend befragt und überprüft.

Das Klinikum Großhadern hatte eine inzwischen wegen Mordversuchs verhaftete Hebamme nach einem warnenden Brief ihres vorherigen Arbeitgebers eingehend befragt und überprüft. Im Gespräch mit der Klinikdirektion habe sie die Verdachtsmomente damals ausräumen können, teilte das Universitätsklinikum am Mittwoch mit. Die Hebamme habe gute Zeugnisse gehabt und gute Arbeit geleistet, es habe keine Auffälligkeiten gegeben: „Sie war sehr engagiert und durch ihre Qualifikation auch eine geschätzte Kollegin.“

Die Klinik in Bad Soden hatte am Dienstag mitgeteilt, nach der Gabe eines wehenförderndes Präparat in hoher Dosierung sei die Hebamme 2012 dort freigestellt worden. Aber nach einem Prozess musste die Klinik der Hebamme eine Abfindung zahlen, die Vorwürfe fallen lassen und ein wohlwollendes Zeugnis mit der Note „Gut“ ausstellen. Als der Chefarzt der gynäkologischen Klinik erfahren habe, dass die Frau in Großhadern eine Stelle fand, habe er seinen Kollegen gewarnt: „Ich habe die Befürchtung, dass sich Frau K. wieder in unerlaubter und gefährlicher Weise in die geburtshilfliche Betreuung Ihrer Patientinnen involviert.“

In Großhadern soll die 33-jährige Hebamme von April bis Juni vier Frauen bei Kaiserschnitt-Geburten das blutverdünnende Mittel Heparin in die Infusion gemischt haben. Sie konnten nur mit notfallmedizinischen Maßnahmen gerettet werden. Die Hebamme wurde am 18. Juli festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Sie hatte die Vorwürfe zuerst zurückgewiesen und dann geschwiegen.

Staatsanwalt Peter Preuß sagte, bei den Ermittlungen würden auch die früheren Stellen der Frau einbezogen: „Wir stehen mit früheren Arbeitgebern in Verbindung und beziehen diese Fragen in unsere Ermittlungen ein.“

dpa

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