Moschee: Nur 150 kamen

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Viele Stühle blieben leer.

Gerade mal 150 Sendlinger fanden sich zum Erörterungstermin in der Turnhalle an der Gaißacher Straße ein, wo der Bebauungsplanentwurf zur umstrittenen Moschee auf dem Gotzinger Platz diskutiert werden sollte.

Die meisten der 15 Teilnehmer, die sich zu Wort meldeten, kritisierten weniger Details der Planung als das Vorhaben schlechthin. Am lautesten ertönten die Bravo-Rufe für die Redner, die den Bauherrn Türkisch-Islamischen Moschee-Verein aufforderten, den Bauantrag „im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens“ zurückzuziehen.

Die sachlichen Vorträge von OB Christian Ude, der verantwortlichen Baudirektorin Susanne Ritter aus dem Planungsreferat, konnten die Gegner der Moschee – und teilweise unverhohlen des Islam als Ganzes – nicht überzeugen. Auch Stadtdekanin Barbara Kittelberger und der griechisch-orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis versuchten erfolglos, ihnen das Recht auf freie Religionsausübung näher zu bringen. Pfarrerin Andrea Borger wurde am Ende sogar fast niedergeschrien, als sie dafür warb, „diese Veränderung“ positiv und als Bereicherung zu sehen: „Der christliche Glaube ist durch eine Moschee nicht gefährdet.“

Helga Schandl und ihre Bürger für Sendling wollen nicht glauben, dass wirklich nur die 400 Muslime in der Moschee beten werden, die jetzt am Freitag ins Gebetshaus an der Schanzenbachstraße kommen. Der Baukörper der Moschee ist ihnen „zu dominant“, die Minarette überhaupt überflüssig,. Der Gebetsraum sei zwar in der neuen Planung kleiner als zuvor, aber dafür sei die gesamte Nutzfläche dreimal so groß wie in der Schanzenbachstraße. Bestärkt wurden sie in dieser Befürchtung von CSU-Landtagskandidat Andreas Lorenz. Die vorgetragenen Einwände werden notiert und dem Stadtrat zusammen mit den weiteren Stellungnahmen nach der Auslegungsphase des Entwurfs vorgelegt. Vor der endgültigen Verabschiedung des Bebauungsplans wird es eine weitere Öffentlichkeitsphase geben.

bw.

Quelle: tz

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