Motörhead: Neuer Wein in alten Schläuchen

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Krächzgott Lemmy Kilmister.

München - Am Samstag spielten die Alt-Rocker von Motörhead um Frontman und Krächzgott Lemmy Kilmister im Zenith. Die Zusammenfassung der Konzertkritik: A Sternstunde war's!

Motörhead-Fans sind Biertrinker. Von der stählernen Mutterbrust an. Aber vielleicht ist die Sache mit dem australischen Rotwein, den die Band neuerdings für 10,80 Euro pro Flasche (zzgl. Versandkosten) vertreiben lässt, ja auch rein symbolisch gemeint: je älter, desto besser.

Das trifft’s. Wer das Trio ­Infernale um Krächzgott Lemmy Kilmister (knapp 66, an Heiligabend ist’s so weit) am Samstag im Zenith erlebt hat, wird nicht widersprechen. Der Monaco Franze und der Doktor Schönfärber wären sich einig gewesen: „A Sternstunde war’s!“ Im Ernst. Und dazu hoffnungslos ausverkauft.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Das ist ja auch so ein Phänomen bei Motörhead. Anders als hart rockende Weggefährten wie Purple, Sabbath, Priest und mit Abstrichen Iron Maiden ­haben Lemmy & Co. den Generationensprung geschafft. Zu Motörhead-Konzerten pilgern inzwischen nicht mehr nur mittel- und noch ältere Typen, sondern auch das Jungvolk – männlich wie weiblich. „Kult“ nennt man das. Mit den üblichen Begleiterscheinungen wie eben Rotwein-Merchandising oder Bandshirts bei H&M. Es sei ihm gegönnt, dem Meister.

Sofern ihm denn viel davon übrig bleibt. Und damit zur Musik. Es war ein großes Glück am Samstag, dass Motörhead auf ihrer aktuellen Tour nicht nur ihr jüngstes (gutes!) Studioalbum The Wörld is Yours promoten, sondern auch ein neues, klassikergespicktes Live-Paket namens The Wörld is Ours. Das schlägt sich auf die Setlist nieder. Massiv sogar. Bomber als Opener, Damage Case, Metropolis, The Chase Is Better Than The Catch, I’ll Be Your Sister, Orgasmatron. Die reine Wonne. Von den Standards Killed By Death (mit Ex-Guns’n’Roses-Bassist Duff Mc Kagan an der Gastgitarre – dessen Loaded-Gang die Vorband gab), Iron Fist, Ace Of Spades und Overkill ganz abgesehen.

Und, größte Überraschung! Auch der Sound im akustisch berüchtigten Zenith war dieses Mal verhältnismäßig vernünftig abgemischt. Vom Bass- und Gitarrenmatsch der vergangenen Gastspiele kaum eine Spur. Und so blieben am Ende des Abends nur zwei Fragen: Wann spielen Motörhead endlich mal wieder ihren Gründungssong Motörhead? Und zweitens: Wann sehen wir Lemmy bei all dem Fan-Ansturm in der Olympiahalle? Der Siebzigste in vier Jahren wär’ doch ein schöner Anlass …

Ludwig Krammer

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