Motorrad-Raser drohen fünf Jahre Knast

Margareta S. ist bei einem illegalen Rennen getötet worden.

München - Motorradfahrer Oliver H. (21), der am Montagabend bei einem illegalen Rennen Margarete Sch. überfahren hat, ist außer Lebensgefahr. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Die Anwohner an der Naupliastraße sind sich einig: Für seine tödliche Raserei muss Motorrad-Freak Oliver H. (21) hart bestraft werden. „Wer einen Menschen tot fährt, darf kein Verständnis erfahren“, sagt eine Passantin und legt einen Strauß Blumen an einer kleinen Gedenkstätte ab. „Wir ermitteln derzeit wegen fahrlässiger Tötung“, erklärte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger am Donnerstag. Mögliches Strafmaß: bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Am Montagabend hatte sich Todesfahrer Oliver H. nach Überzeugung der Polizei ein Rennen mit einem Porsche Carrera geliefert. Als die Ampel am Mangfallplatz auf grün sprang, gab der junge Motorrad-Freak Gas. Augenzeugen erzählten der Polizei, sie hätten aufheulende Motoren und quietschende Reifen gehört.

Bei Wettrennen: Motorradfahrer fährt Frau tot

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Mit vermutlich mehr als  Tempo 100 erfasste Informatiker Oliver H. hundertfünfzig Meter weiter Margareta Sch. mit seiner Suzuki. Die Hausfrau war gerade dabei, an der Fußgängerfurt ihr Radl über die Straße zu schieben. Die PS-starke Suzuki schleuderte die Münchnerin fünfzig Meter durch die Luft. Als die 63-Jährige auf den harten Asphalt knallte, war das ihr Todesurteil.

Für die Anwohner an der Naupliastraße sind die Bilder noch allgegenwärtig. Das zerbeulte Fahrrad, die verstreuten Einkäufe auf der Straße, das umgekippte Motorrad. Am tiefsten hat sich aber der leblose Körper eingeprägt, notdürftig zugedeckt mit einer weißen Decke. Viele Anwohner kannten die Frau vom Sehen, die tot auf der Straße lag. Margareta Sch. war hier täglich mit ihrem Rad unterwegs. Weil sie zum Einkaufen oder für ihren schwer zuckerkranken Mann etwas besorgen musste. Auch an jenem Montag war Margareta Sch. wie so oft noch schnell im Supermarkt ein paar Straßen weiter ein paar Kleinigkeiten einkaufen.

Ihr Mann Johann S. wartete indes vergebens auf seine Frau. „Als sie gehen wollte, sagte ich noch, sie solle doch bleiben“, erzählte er dem Fernsehsender RTL. „Jetzt kommt sie nicht mehr, kommt nicht mehr wieder.“ Margareta Sch. war für den an Diabetes erkrankten Mann die größte Stütze, jetzt muss er ohne seine geliebte Frau zurechtkommen.
Nach dem tödlichen Unfall hat die Polizei an den Haustüren um den Unfallort herum Zettel aufgehängt. „Zeugenaufruf“ steht darauf. Die Ermittler suchen noch weitere Passanten, die etwa zum Unfallhergang erzählen können. Der Porschefahrer bestritt kurz nach dem Unfall am Montag gegenüber der tz, sich mit dem Suzuki-Fahrer ein Rennen geliefert zu haben.

Jacob Mell

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