Er siegt beim krassen Marathon

Treppenlauf: Münchner rennt quasi Mount Everest hoch

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Der Extremläufer Andreas Allwang aus München läuft am Sonntag in Radebeul beim Mount-Everest-Treppenmarathon die 397 Stufen der Spitzhaustreppe hoch. Ziel des Treppenmarathons ist es, in 24 Stunden mindestens 100 Mal hoch und runter zu laufen.

Radebeul/München - Der Münchner Andreas Allwang hat zum zweiten Mal den Mount-Everest-Treppenmarathon in Radebeul gewonnen: 100 Runden durch die Weinberge und damit 8848 Höhenmeter.

Allwang benötigte in Radebeul (Sachsen) 13 Stunden und knapp 46 Minuten für die Strecke, die der Distanz zum höchsten Gipfel der Erde entspricht. Der Weinberg im sächsischen Elbtal war für 66 Läufer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien und den USA der Weg zum Olymp. In 24 Stunden zum "Dach der Welt" – ohne enorme Kosten und lange Anreise.

Extremläufer erlebten Glücksgefühl in Radebeul

"Für viele ist der Mount Everest eine unerreichbare Herausforderung", sagt der Organisator des 11. Radebeuler Treppenmarathons, Ulf Kühne. Am Wochenende vermittelte der Parcours über die Spitzhaustreppe am Elbhang Extremsportlern und Enthusiasten das Gefühl der Strapazen und die Euphorie geglückten Gipfelsturms.

War der Himmel beim Start noch wolkenverhangen, wärmte Sonne satt die nach kalter Nacht durchfrorenen Akteure aus Wien, Göttingen, Essen, Oldenburg, Nördlingen, Hradec Králové und Lafayette Hill. Auf der Treppe zwischen Rebstöcken und Weinbergsmauern herrschte dichtes Gedränge. Wie eine Ameisenspur zogen sich Läuferketten in zwei Richtungen: durchtrainierte Typen im Laufschritt, zügig steigende Freizeitsportler oder sich fast hinauf schleppende Teilnehmer – wie Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz. Für die Kameraden, die je eine Runde schaffen müssen, ist es eine Einsatzübung.

Der Jüngste des Feldes war Jahrgang 1986, der Älteste Gunter Lanzsch. Der 70-Jährige wohnt am Fuß der Treppe, die eine Touristenattraktion ist. Die Verbindung vom Weingut Hoflößnitz zum Spitzhaus als Ort höfischer Feste ließ Kurfürst August der Starke (1670-1733) im 18. Jahrhundert anlegen. In den 1990er-Jahren neu gebaut, bietet sie den Läufern festen Tritt – und abwärts Ausblicke in die Flusslandschaft. Schneidermeister Andreas Allwang wärmt sich hier für Gebirgsläufe in den Alpen auf und schätzt die Regelmäßigkeit der Stufen.

Das sagt der Münchner Allwang über die Strapazen

"Es ist durch das Bergab-Laufen sogar einfacher als in den Bergen, denn man setzt immer mit dem flachen Fuß auf", sagte der 38-Jährige aus München. Das sei ideales Training, nur die Renndauer wegen Müdigkeit, Kälte und Erschöpfung eine Herausforderung. "Spätestens zwischen sechs und acht Uhr morgens wird es ganz schwer."

Der einzigartige Marathon in Radebeul zieht inzwischen Enthusiasten aus ganz Europa und Übersee an. Unter Beifall und Anfeuerungsrufen zahlreicher Zuschauer passierten Dreierseilschaften wie die "Wilden Täubchen", "Gipfelstürmer", "Treppenflitzer" oder "Kenias letzte Reserve" Start- und Wendepunkt. Die meisten Läufer stärkten sich auf dem Weg nach unten mit Obst, Kuchen oder Nudeln. "Wer auf Angriff läuft, macht keine Pause im Verpflegungszelt", sagte der Organisator Kühne.

dpa

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