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Müll-Chaos: Ende ist in Sicht

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Nach den Engpässen zuletzt werden die Tonnen jetzt wieder überall geleert.
Nach den Engpässen zuletzt werden die Tonnen jetzt wieder überall geleert. © dpa

Rund 52 000 Tonnen Abfall leeren die Müllwerker des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWM) täglich im Schnitt im Stadtgebiet – normalerweise.

Diesen Statistik-Wert dürften die AWM-Beschäftigten in den letzten Wochen kräftig unterschritten haben: Zuerst sind sie in östlichen Stadtteilen, dann auch im Westen ins Hintertreffen geraten. Bürger in Trudering, Waldperlach und Obermenzing warteten umsonst und zunehmend verzweifelt auf eine Abfuhr, während ihre Tonnen immer mehr überquollen.

Die regionalen Müllnotstände hatten laut AWM-Sprecher Arnold Grundler mehrere Gründe: Unerwartet viele Mitarbeiter fielen durch Krankheit aus, was die 140 Müllsammelpartien ausdünnte. Dazu kam die Urlaubszeit und in den letzten beiden Wochen zusätzlich das Oktoberfest. Dort ist ein gewisses Kontingent an Containerfahrern fest eingeplant.

Inzwischen seien in Trudering und Waldperlach die Rückstände aber vollständig aufgeholt, versichert Grundler. Priorität haben jeweils die Restmülltonnen, dann erst werden Bio- und Papierbehälter geleert. Das Abfallwirtschaftsamt hat zusätzliche Planstellen besetzt, Leiharbeiter eingesetzt und Fahrer vom Betriebshof für den Sammeldienst abkommandiert. Bis zum Wochenende sei damit zu rechnen, dass die Situation auch im Westen bereinigt ist.

Unterdessen hat eine neue Studie ergeben, dass München im Vergleich von 100 Städten bei Müllgebühren nur auf Platz 40 landet. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hatte die Erhebung in Auftrag gegeben, bei der die jährlichen Gebühren einer vierköpfigen Musterfamilie verglichen wurden. Berücksichtigt wurden auch die unterschiedlichen Angebote: In welchen Mengen kann man wie oft den Müll abholen lassen? Besteht die Möglichkeit, durch eigene Mitarbeit (Tonne auf den Gehsteig schieben) nur Teilservice in Anspruch zu nehmen und so Geld zu sparen?

Möglicherweise hat es München in der Wertung zurückgeworfen, weil es solche Angebote hier nicht gibt. Nach den Gebühren hätte die Stadt nämlich Position 15 eingenommen.

bw

Quelle: tz

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