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Müll-Gebühren in München steigen - Stadtrat stimmt Preisanpassung zu: „Hohen Service beibehalten“

Abfall
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Die Gebühren für den Restmüll sollen in München zum 1. Januar steigen.

Für den Müll müssen viele Haushalte ab Januar tiefer in die Tasche greifen: Der Stadtrat hat am Donnerstag den Preisanpassungen beim Abfallwirtschaftsbetrieb München zugestimmt. Eine Wahl hatte er nicht.

München - Restmüll wird in München ab 1. Januar 2022 teurer. Die Abfallgebühren steigen monatlich um mindestens 1,32 Euro bei Mehrfamilienhäusern und 2,99 Euro bei Einfamilienhäusern, je nach Tonnengröße und Leerungsrhythmus, anpassen. Der Stadtrat hat die Preisanpassung gestern beschlossen.

Wie berichtet, sind Gebührenanpassungen gesetzlich vorgeschrieben. Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) unterliegt als öffentlicher Betrieb bei der Gebührenkalkulation den strikten Vorgaben des Kommunalen Abgabengesetzes (KAG). Daher müssen Überschüsse oder Verluste in Form von Gebührenanpassungen an die Gebührenzahler weitergegeben werden. Dieser Trend ist auch in den Umlandgemeinden zu beobachten, wo vielerorts deutlich höhere Gebührenanpassungen notwendig sind, schreibt das für den AWM zuständige Kommunalreferat in einer Pressemitteilung.

Höhere Gebühren - Müllmänner erhalten Tarifanpassung und München-Zulage

Die Gründe für die notwendige Gebührenanpassung sind vielfältig. Vor allem haben sich die Personalkosten stark erhöht, da Mülllader, Kraftfahrer und Einweiser auf den Wertstoffhöfen eine tariflich vorgeschriebene Höhergruppierung erhalten haben sowie allen Mitarbeiter die München-Zulage und ein Fahrtkostenzuschuss zustehen. Diesen gestiegenen Kosten stehen niedrigere Einnahmen gegenüber: Aufgrund der sehr ungünstigen Marktsituation haben sich die Erlöse für viele Wertstoffe (zum Beispiel Altpapier, Altholz, Mischschrott) spürbar reduziert.

Die Gebühr enthält neben der Leerung der Restmülltonne Zusatzleistungen: Die Abholung von Papier- und Biotonnen erfolgt alle zwei Wochen. Zusätzlich können die Bewohner Münchens die zwölf Wertstoffhöfe kostenlos zur Entsorgung haushaltsüblicher Mengen an Wert- und Problemstoffen nutzen. Im Innenstadtbereich steht darüber hinaus eine mobile Wertstoffsammlung (Wertstoffmobil) zur Verfügung. Zur Sammlung von problematischen Abfällen (zum Beispiel Farb- und Lackreste) fährt das Giftmobil regelmäßig die einzelnen Stadtteile ab. An circa 620 Standplätzen im Stadtgebiet München können Münchner ihre Altkleider und Schuhe kostenlos abgeben. Außerdem bietet der AWM eine Abfallberatung an, ohne dass den Bürgern dafür weitere Kosten entstehen.

Müll-Gebühren: München liegt deutschlandweit auf Platz 8

Die neuen Abfallgebühren liegen in München nach vielen guten Jahren nun ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2005. Beim Vergleich von zehn Großstädten liegt München bei den in Wohnanlagen verwendeten 1100-Liter-Abfallbehältern auf Platz acht. Die Städte Stuttgart, Köln, Leipzig, Essen, Düsseldorf, Dortmund und Berlin haben höhere Müllgebühren als die bayerische Landeshauptstadt. Bei der Betrachtung der Müllgebühren der umliegenden Landkreise und Gemeinden ergibt sich ein ähnliches Bild: München liegt hier nach wie vor im kostengünstigsten Drittel.

München: Kommunalreferentin Kristina Frank: „Wir wollen und werden das hohe Niveau unserer Serviceleistungen beibehalten.“

Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) sagte am Donnerstag: „Mir ist bewusst, dass die Gebührenanpassung viele Menschen trifft, die sowieso schon mit den hohen Lebenshaltungskosten in München zu kämpfen haben. Kosten zu sparen hat dabei jeder selbst in der Hand: Durch konsequentes Vermeiden und Trennen von Müll kann häufig auf eine kleinere Tonne oder einen längeren Leerungsrhythmus umgestellt werden.“ Der AWM habe die Gebühren auf dem geringstmöglichen Maß gehalten. „Für uns hat dabei höchste Priorität, bei unseren Angeboten für die Münchner keinerlei Abstriche zu machen. Wir wollen und werden das hohe Niveau unserer Serviceleistungen beibehalten.“

Derweil untersucht das Kommunalreferat die Einführung einer Gelben Tonne. Der Stadtrat soll sich bald mit dem Konzeptvorschlag befassen.

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