Mehr Recycling, Abfallvermeidung und Aufklärung

Müll-Konzept bis 2026: Das plant die Stadt

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Vor allem Biomüll landet noch zu oft im Restmüll. 

Der AWM hat sein frisches Müll-Konzept bis 2026 vorgestellt. Dabei setzt man auf mehr Recycling, mehr Müllvermeidung und auf Aufklärung. Denn noch befindet sich in den Restmülltonnen viel falscher Abfall, insbesondere Biomüll landet häufig dort.

München - Eine alte Weisheit aus dem Fußball besagt, man solle ein erfolgreiches Konzept niemals austauschen. Dieser Weisheit hat sich auch der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) verschrieben. „Frei nach Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt: Konzentration und Kontinuität“, sagt Axel Markwardt, Kommunalreferent und Erster Werkleiter des AWM. 

Mehr Abfallvermeidung, mehr Recycling

Am Donnerstag beschloss der Stadtrat das dritte Abfallwirtschaftskonzept des AWM von 2017 bis 2026. In den kommenden zehn Jahren soll aufbauend darauf nun auch weiterhin nachhaltig und ressourcenschonend recycelt werden. Kernpunkte dabei werden sein, „die Abfallvermeidung hoch zu halten und die Recyclingquote zu erhöhen“, sagt Markwardt.

Um das Vermeidungsbewusstsein innerhalb der Bevölkerung zu steigern wird der AWM im Herbst 2017 mit einer Schwerpunktkampagne starten – auch die Halle 2 soll in Zukunft nicht nur als Gebrauchtwarenkaufhaus dienen, sondern als Informationsplattform zur Abfallvermeidung. 

Vor allem Biomüll - die Münchner müssen besser trennen

Auch die Bewusstseinsschärfung beim Thema Mülltrennung soll in den kommenden zehn Jahren erhöht werden. Die 2016 durchgeführte Restmüllanalyse ergab, dass sich noch knapp 40 Prozent Biomüll, rund je zehn Prozent Papier und Kunststoffe, sechs Prozent Glas und etwa drei Prozent Altkleider in den Restmülltonnen der Stadt befanden. Diese Zahlen weiter zu verringern, ist ein Hauptziel des Abfallwirtschaftskonzeptes, denn immerhin hat die Stadt eine große Kompostieranlage, in der sie aus dem Münchner Biomüll etwa Blumenerde herstellt. Im Biomüll liegt denn auch das größte Potenzial, ein Pilotversuch im Stadtteil Neuhausen aus den Jahren 2015/2016 hat gezeigt, dass durch gezielte Informationskampagnen die Sammelmenge an Bioabfällen verdoppelt werden konnte.

Der AWM hat verschiedenen Sorten Erde im Angebot. 

Es bleibt beim Drei-Tonnen-System

Weiter wird es beim bekannten Drei-Tonnen-System bleiben (Papier-, Rest- und Biomüll), da die Recyclingquote bei Kunststoffabfällen lediglich bei 20 Prozent liegt. „Für die Einführung eines gelben Systems in München gibt es daher keine Veranlassung“, sagte Markwardt. Generell ist das neue Abfallwirtschaftskonzept keine Revolution, „das bestehende, erfolgreiche Entsorgungssystem wird in Teilen optimiert, aber grundsätzlich fortgeführt“, sagte Markwardt. 

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