Gebühren sinken um 17,3 Prozent

Müllabfuhr wird deutlich billiger

+
Die Müllabfuhr wird deutlich billiger - die FDP spricht von einem Wahlkampfgeschenk.

München - Münchens Bürger werden in den kommenden drei Jahren 17,3 Prozent weniger Müllgebühren bezahlen als bisher. Das kündigten Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) und der Chef der Müllabfuhr, Helmut Schmidt (SPD), an.

Als Hauptgrund führen Marktwardt und Schmidt an, dass die Stadtwerke 23 Millionen Euro an Energiegutschrift an die Müllabfuhr überwiesen haben. Der Müllofen in Unterföhring gehört dem Abafallwirtschaftsbetrieb München (AWM), wird aber von den Stadtwerken betrieben. Dafür muss der AWM eine Gebühr zahlen, im Gegenzug rechnen die Stadtwerke die Energieausbeute an. „Ein Wirtschaftsprüfer hat im Auftrag der Stadtwerke nochmals die Jahre 2002 bis 2010 geprüft“, so Markwardt. Daher der Geldsegen.

Außerdem führten verzögerte Stellenbesetzungen und verbesserte betriebliche Abläufe zu Einsparungen von acht Millionen Euro. Auch die Auslastung des Müllofens habe sich verbessert, da man mehr Fremdmüll von auswärts verbrannt habe. Dies sorge für weitere vier Millionen Euro Überschuss. Weiter habe man die Rückstellungen des AWM neu bewertet, was ein Plus von 6,47 Millionen Euro verursache. Insgesamt kalkuliert der AWM jetzt mit 20 Millionen Euro weniger Gebühren.

Der Fraktionschef der FDP im Rathaus, Michael Mattar, wittert hinter der Gebührensenkung ein Wahlkampfgeschenk: „Über Jahre hat der AWM Unsummen an Rücklagen angehäuft. Man hat die Gebühren zu hoch gehalten, um sie vor den Wahlen senken zu können.“ CSU-Rathausvize Hans Podiuk findet, „dass die jetzige Gebührensenkung zu niedrig ist.“ Die CSU hatte eine Gebührensenkung im Juli beantragt. Sie muss jetzt noch vom Stadtrat abgesegnet werden. Das soll am 18. Oktober im Kommunalausschuss geschehen. Man kann davon ausgehen, dass sie mit den Stimme von SPD und Grünen durchgewunken wird.

Für eine 80-Liter-Tonne zahlt man künftig bei wöchentlicher Leerung statt bislang 269,88 nur mehr 223,08 Euro. Im zweiwöchentlichen Turnus verringert sich die Gebühr von jetzt 138,84 auf dann 115,44 Euro. Die 1100-Liter-Tonne schlägt dann mit 1695,72 Euro im Wochenturnus zu Buche (jetzt 2049,84 Euro). Im Zwei-Wochen-Turnus sinkt sie von 1112,28 auf 920.40 Euro.

Johannes Welte

auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn-Chaos: Auch am Dienstag lief es nicht rund
S-Bahn-Chaos: Auch am Dienstag lief es nicht rund
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich

Kommentare