17-Jähriger rast mit 100 Sachen durch Tunnel

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Ganz schön dreist: Mit 100 km/h ließ sich der 17-Jährige 26 Mal ablichten.

München - 26 Mal ist ein 17-Jähriger mit seinem Leichtkraftrad zu schnell durch den Richard-Strauss-Tunnel gebrettert. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen überhöhter Geschwindigkeit.

Der wahrscheinlich dreisteste Motorradfahrer Deutschlands ist erst 17 Jahre alt, lebt in Englschalking und hat wahrscheinlich sämtliche Blitzer-Rekorde gebrochen: Seit Mitte März raste der russische Schüler bereits 26 Mal an den Radar-Kameras im Richard-Strauss-Tunnel vorbei – und zwar mit frech in die Luft gestrecktem Mittelfinger!

Was rein körpersprachlich übersetzt werden könnte mit „Ihr könnt’ mich mal…!“. Und juristisch gesehen den Tatbestand der Beleidigung erfüllt. Offenbar verließ sich der Bursche fest darauf, dass die Kameras nur von vorne filmen und nicht das Kennzeichen am Heck der Hyosung-Maschine erfassen können. Was in der Theorie durchaus stimmt, ihm in der Praxis aber gar nichts nutzte. Denn am späten Abend des 29. April genau um 23.45 Uhr war er fällig…

Bei der Auswertung der Blitzer-Protokolle ergab sich, dass der Motorrad-raser zwar keinen festen Wochentag, aber doch einen überschaubaren Zeitrahmen hatte. Immer in der Zeit zwischen 22 und 2 Uhr donnerte der Provokateur mit bis zu 100 Sachen (erlaubt ist dort maximal Tempo 60) durch den Tunnel. Also legte sich die Polizei auf die Lauer – und musste auch nicht lange warten. Am Sonntag schoss der Motorradfahrer wieder im Tiefflug durch die Röhre – genau in die Arme der Polizei.

Die Maschine war frisiert, der Schüler besaß nur einen Moped-Führerschein. Der ist jetzt weg. Auch das Motorrad wurde beschlagnahmt. Auf seinem Flensburg-Konto hat er in sechs Wochen satte 78 (!) Punkte und 4160 Euro Geldstrafe versammelt. Wie damit zu verfahren ist, muss ein Richter entscheiden. Sicher scheint allerdings schon jetzt, dass dieser Knabe mit 18 Jahren keinen Führerschein machen wird.

Dorita Plange

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