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26-Jähriger raubte elf Tankstellen in München aus: So kurios begründet er seine Tat

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Von: Andreas Thieme

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Mario D. (26) legte am Landgericht ein Geständnis ab
Mario D. (26) legte am Landgericht ein Geständnis ab © SIGI JANTZ

Mario D. (26) hat im Januar und Februar insgesamt elf Tankstellen überfallen und ausgeraubt. Jetzt wird ihm der Prozess gemacht. Vor Gericht liefert er kuriose Erklärungen.

München - Lässig sitzt Mario D. (26) auf der Anklagebank. Immer wieder lächelt er freundlich. Doch als netten Typen stuft ihn die Staatsanwaltschaft nicht unbedingt ein: D. soll heuer in München elf Tankstellen überfallen, Drogen besessen und Hass-Postings im Internet abgesetzt haben. Gestern wurde dem 26-Jährigen der Prozess am Landgericht gemacht.

Das bedeutet: Straferwartung über vier Jahre. Hier wird also eher gegen üble Burschen verhandelt. Als solchen will Verteidigerin Rona Narlioglu den Angeklagten aber nicht verstanden wissen: „Es tut ihm sehr leid. Er möchte sich aufrichtig entschuldigen“, erklärte die Rechtsanwältin für Mario D., der die Anklagevorwürfe einräumt.

München: Räuber ging mit Softair-Pistole in die Tankstelle und machte fette Beute

Und die haben es in sich: Zwischen 5. Januar und 19. Februar raubte D. teils mehrfach die Woche Tankstellen im Stadtgebiet aus und machte fette Beute. Bis zu 1000 Euro nahm er aus der Kasse mit und bedrohte Angestellte mit einer Softair-Pistole. Die sah täuschend echt aus - entsprechend hatten die Kassierer Todesangst, als Mario D. seinen Pullover anhob, um die Pistole im Gürtel zu zeigen. Das reichte aus, damit er neun Taten vollenden konnte. In zwei Fällen blieb es nur beim Versuch.

Dass Mario D. nun in den Knast muss: keine Frage. Er hatte laut seiner Anwältin anhaltende Geld- und Drogenprobleme und wollte „jemanden abziehen“. Einen Dealer fand Mario D. jedoch nicht, so kam er auf die Tankstellen. Sein Gedanke: „Den Öl-Konzernen tun ein paar Tausend Euro nicht weh.“ Wochenlang hielt der 26-Jährige mit seiner Masche das Stadtgebiet in Atem, bis er Ende Februar schließlich geschnappt wurde. Seither sitzt der geständige Räuber in Untersuchungshaft. Noch bis zum 8. Dezember wird gegen ihn verhandelt, dann soll am Landgericht ein Urteil fallen.

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