Minus von 116,4 Millionen Euro droht

Preis-Schock an der Mülltonne: München erhöht Gebühren für Abfall – so viel teurer wird‘s für Haushalte

Die Stadt München muss die Gebühren für Restmüll erhöhen.
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Die Stadt München muss die Gebühren für Restmüll erhöhen.

Die Stadt dreht an der Preis-Schraube bei der Müllabfuhr: Zwischen 1,32 Euro und 2,99 Euro pro Haushalt und Monat. Die Erhöhung der Gebühren ist notwendig, sonst droht ein Defizit von 116.4 Millionen Euro.

München - Die Gebühren für Restmüll werden steigen - mindestens zwischen 1,32 (Mehrfamilienhäuser) und 2,99 Euro (Einfamilienhäuser) pro Haushalt im Monat. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die unserer Zeitung exklusiv vorliegt. Der Stadtrat soll sich am 7. Oktober im Kommunalausschuss damit befassen - Handlungsspielräume hat er aber kaum. Der Preis-Schock an der Mülltonne!

München: Stadt dreht an der Preis-Schraube bei der Müllabfuhr

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München* (AWM) ist verpflichtet, die Kosten für die Müllentsorgung für einen Zeitraum von zwei bis vier Jahren zu kalkulieren, in München passiert das in der Regel für drei Jahre. In dieser Spanne kann es dann real zu Überschüssen, aber auch zu Verlusten kommen. Beides ist im nächsten Kalkulationszeitraum auszugleichen. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben, Ermessensspielräume bestehen nicht. Der aktuelle Kalkulationszeitraum endet am 31. Dezember.

Durch die Corona-Pandemie sind die Einnahmen des Münchner Abfallwirtschaftsbetriebes allerdings stark zurückgegangen, der Wertsoffhandel, etwa mit Papier oder Altkleidern und Altholz ist nahezu eingebrochen. Auf der anderen Seite stiegen die Löhne der Mülllader oder der Einweiser auf den Wertstoffhöfen. Darüber hinaus stiegen die Kosten für die Entsorgung, etwa beim Sperrmüll, bei weißer Ware oder auch bei Elektro-Altgeräten. Viele hatten in der Pandemie Zeit, zu Hause auszumisten. Hinzu kommt, dass insgesamt immer mehr Müll produziert wird und die Verbrennungsanlagen für Restmüll in ganz Deutschland beinahe zu 100 Prozent ausgelastet sind.

München steht im Vergleich mit anderen Großstädten noch gut da

In der Beschlussvorlage für den Stadtrat rechnet das Kommunalreferat vor, würde die bisherige Gebührenhöhe ab 2022 beibehalten, so entstünde bis Ende 2024 ein Minus von 116,4 Millionen Euro.

Selbst mit den gestiegenen Müllgebühren steht München im Vergleich zu anderen Großstädten noch gut da: Bei den in Wohnanlagen verwendeten großen 1100-Liter-Abfallbehältern liegt die Landeshauptstadt auf dem achten Platz - hinter Stuttgart, Köln, Leipzig, Essen, Düsseldorf, Dortmund und Berlin.

So teuer wird‘s für die Haushalte (Jahresgebühr bei wöchentlicher Leerung)

BehälterPreis AltPreis Neu
80 Liter237,12€305,76€
120 Liter304,20€393,12€
240 Liter511,68€659,88€
770 Liter1338,48€1728,48€
1100 Liter1800,24€2324,40€

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