Ministeriums-Sprecher bleibt vage

Abschiebe-Flug von Straftätern nach Afghanistan am Flughafen München in letzter Minute gestoppt

Am Flughafen München wurde eine Abschiebung in letzter Sekunde gestoppt.
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Am Flughafen München wurde eine Abschiebung in letzter Sekunde gestoppt (Symbolbild).

Ein Abschiebe-Flug aus München nach Afghanistan ist offenbar in letzter Minute gestoppt worden. Wann er nachgeholt werden soll, ist bislang unklar.

Flughafen München - Ein für Dienstagabend, 3. August, geplanter Abschiebe-Flug afghanischer Staatsangehöriger vom Flughafen München zurück in ihr Heimatland ist offenbar in letzter Minute gestoppt worden. Wie die Bild berichtet war der Flug für 21.30 Uhr angesetzt. Bereits eine Stunde zuvor wurden neun der insgesamt 13 gemeldeten Afghanen, die allesamt als Straftäter gelten, in eine Boeing 767 auf dem Sonderterminal des Flughafens gebracht. Doch der Flug fand nicht statt.

Flughafen München: Abschiebe-Flug nach Afghanistan gestoppt - Ministeriumssprecher äußert sich

Die gemeldeten Afghanen stammten aus mehreren Bundesländern. In Wien sollten bei einem Zwischenstopp zwei weitere Afghanen hinzukommen, danach sollte der Flug, begleitet von 30 Polizisten, nach Kabul fortgesetzt werden. Direkt im Anschluss an die Übergabe der Migranten in Afghanistan sollte das Sicherheitspersonal dort wieder ausgeflogen werden. Die Kosten für die Abschiebe-Aktion sollen sich Bild-Informationen zufolge auf rund 300.000 Euro belaufen. Abschiebungen nach Afghanistan sind aufgrund der Sicherheitslage im Land umstritten.

Wie das Blatt nun erfahren haben will, wurde die Absage der Abschiebung durch das Innenministerium, jedoch ohne Kenntnis der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durchgeführt. Ein Ministeriumssprecher gab an, dass man den Flug nun „neu terminieren“ werde. Die jüngsten Anschläge in Kabul hätten einen reibungslosen Ablauf der Abschiebung womöglich gefährdet, weshalb man den Flug abgesagt habe. Ein genaues Datum, wann die Abschiebung nachgeholt werden könne, nannte der Sprecher nicht. „Nicht heute“ (Mittwoch Anm. d. Red.) hieß es lediglich.

München: Abschiebung nach Afghanistan verschoben - Maschine am Flughafen hebt nicht ab

In der afghanischen Hauptstadt Kabul waren am Dienstag bei einer Explosion in der Nähe des Hauses des Verteidigungsministers mehrere Menschen verletzt worden. Trotz des Vormarsches der Taliban verteidigt Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek die Abschiebungen von Straffälligen nach Afghanistan als rechtsstaatlich und notwendig. Auch CDU-Chef Armin Laschet und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sind für ein Festhalten an Abschiebungen nach Afghanistan.

In dem asiatischen Binnenstaat wurde der Einsatz der Bundeswehr Ende Juni beendet. Seitdem ist die islamistische Taliban dort wieder auf dem Vormarsch und verbreitet mit Anschlägen, denen oftmals Zivilisten zum Opfer fallen, Angst und Schrecken. kah

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