Herr Ude, warum dürfen hier Anhänger parken?

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Parkende Wohnwagen und Wohnmobile in der Ackermannstraße

München - Münchner Bürger fragen, Oberbürgermeister Christian Ude antwortet. Heute geht es um die parkenden Anhänger und Wohnwägen an der Ackermannstraße.

Frage: An der Ackermannstraße entlang des Olympiageländes parken alle möglichen Anhänger und Wohnwägen. Warum wird das nicht unterbunden? Ich würde mich freuen, wenn mein Anliegen Erfolg hätte.

Liselotte Münz, Neuhausen-Nymphenburg

Antwort:

Ihre Verärgerung über Anhänger oder Wohnwägen, die Parkplätze „blockieren“, kann ich nachvollziehen. In Ihrem Schrei­ben haben Sie speziell die Ackermannstraße angesprochen. Das Kreisverwaltungsreferat als zuständige Straßenverkehrsbehörde hat mir hierzu Folgendes mitgeteilt: „Die Ackermannstraße ist dem öffentlichen Verkehr ohne Einschränkungen gewidmet und kann daher im Rahmen des Gemeingebrauchs und der gesetzlichen Vorschriften von jedermann genutzt werden.

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

Das Städtische Vermessungsamt hat im Frühjahr 2011 die Stadt von oben abgelichtet. Fast ganz München in 2000 Einzel-Aufnahmen aus 1,5 Kilometern Höhe. Das selbe geschah auch schon vor 50 Jahren. Die Luftbilder von 1962 (knapp 1500 Bilder) wurden am 22. Juni 1962 aus einer Flughöhe von 1500 Metern aufgenommen. Wir haben einige Motive herausgesucht und sie gegenübergestellt. Werfen Sie hier einen beeindruckenden Blick auf München von oben - und wie sich einzelne Orte in 50 Jahren verändert haben, oder eben auch nicht ... Viel Spaß! © dpa
Der Gärtnerplatz im Jahr 1962. Zu sehen ist das Rondell mitten auf dem Platz, damals noch mit zahlreichen Bäumen bepflanzt. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Die selbe Perspektive im Jahr 2011. Der Platz hat sich sichtlich verändert. Kleine Wege zieren das Rondell, auch die Straßenführung ist deutlicher. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Der Hofgarten im Jahr 1962. Der Pavillon steht schon und auch die Wege sind hübsch strukturiert. Rechts am Bildrand ist die Ruine der heutigen Staatskanzlei zu erkennen. Und auch im Umfeld des Hofgartens sind noch einige Kriegsnarben zu erkennen, die auch 17 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs noch nicht verheilt waren. Unten links: Der Odeonsplatz mit der Feldherrnhalle. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Der Hofgarten 2011. Signifikanteste Veränderung: Die wiederhergestellte Staatskanzlei. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Die Isar auf Höhe der Wittelsbacher/ Ecke Klenzestraße. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Isar begradigt und zum innerstädtischen Kanal umfunktioniert. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
50 Jahre und eine umfassende Renaturierung später sieht die Isar auch mitten in der Stadt wieder aus wie ein richtiger Wildfluss. Zu sehen ist hier die entstandene Weideninsel, die als Rückzugsraum für Vögel und Kleintiere gedacht ist. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Das Herz Münchens: Der Marienplatz im Jahr 1962. Was fällt als erstes auf? Vor dem Neuen Rathaus fuhren damals noch Autos, erst im Jahr 1972 wurde der Platz zur reinen Fußgängerzone. Rund um die Frauenkirche wirkt das Areal noch luftig und wenig verbaut. Der Marienhof diente damals als Parkplatz. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Die selbe Perspektive 50 Jare später: Der Marienhof dient als Erholungsgrünfläche (mittlerweile wird hier nach archäologischen Schätzen bzw. für die zweite Stammstrecke gebuddelt). Auf dem Marienplatz herrscht weit weniger Betrieb als fünf Jahrzehnte zuvor - die Autos sind aus dem Stadtzentrum verbannt. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Blick auf den Viktualienmarkt. Oben mittig ist der "Alte Peter" zu sehen. Wie auch auf dem Marienplatz herrschte zu jener Zeit reges Verkehrsaufkommen mitten in der Stadt. Teile des Viktualienmarktes wurden zudem als Parkplatz genutzt. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Heute ist der Viktualienmarkt wieder verkehrberuhigte Zone. Das Gebäude links unten dient wieder als Kopf für die 2005 wiederhergestellte Schrannenhalle. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Die Ludwigstraße mit der Ludwigskirche in der Maxvorstadt. Das Dach der Kirche wurde nach dem Krieg notdürftig wieder zusammengebaut. 50 Jahre später ... © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
... erstrahlt die Kirche auch von oben in neuem Glanz. Hübsch an diesem Bild auch, wie die beiden Türme ihre Schatten auf die Ludwigstraße werfen. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Die Theresienwiese, aufgenommen am 22. Juni 1962. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt wurde für das Oktoberfest 1962 aufgebaut. Links sind die Gebäude der Messe München zu sehen. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Heute stehen auf dem ehemaligen Messegelände Wohnhäuser. Die Bavaria links unten steht nach wie vor wie "in Stein gemeißelt" vor der Ruhmeshalle. Auf der Theresienwiese herrscht buntes Treiben auf dem Frühlingsfest. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Die Münchner Freiheit in Schwabing ist 1962 noch geprägt von Lücken, die der Krieg in das Künstlerviertel geschlagen hat. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Heute ist der Ort kaum wiederzuerkennen: Geprägt wird die Szenerie vor allem durch die giftgrün überdachte Tramhaltestelle. Auch die umliegenden Häuser haben sich verändert: Teilweise wurden die alten Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Rechts unten zu sehen: Der Betonklotz, in dem Hertie heute untergebracht ist. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
1962 schon imposant: Das Schloss Nymphenburg mit dazugehörigem Schlossgarten. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Viel verändert hat sich in den vergangenen 50 Jahren hier zum Glück nicht. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Anders sieht es da schon auf dem ehemaligen Flughafen in Riem aus: 1962 starteten und landeten hier noch täglich hunderte von Maschinen, um zehntausende Menschen zu befördern. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Heute ist das Areal kaum wiederzuerkennen. Seit 1998 hat hier die Internationale Messe München ihre Heimat. Nur zwei Details sind gleich geblieben: Der heute unter Denkmalschutz stehende Tower (oben links mittig) sowie die Wappenhalle. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Ein Blick an den Stadtrand: Der Langwieder See 1962. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Der Blick aus 1500 Metern im Jahr 2011. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Das Gut Großlappen im Norden von München. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt
Heute wird das Areal industriell noch wesentlich umfangreicher genutzt. Leider ist auf beiden Motiven das Gelände der Allianz Arena links von der Autobahn nicht zu sehen. © Landeshauptstadt München - Kommunalreferat - Vermessungsamt

Wohnmobile und Wohnanhänger nehmen – wie andere Fahrzeuge auch – ,legal‘ am ruhenden Verkehr teil, sofern sie zugelassen und betriebsbereit sind und nicht zu verkehrsfremden Zwecken, wie beispielsweise zum Wohnen, auf öffentlichem Verkehrsgrund abgestellt werden. Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, können Wohnmobile ohne zeitliche Beschränkung parken. Wohnanhänger (und auch sonstige Kraftfahrzeuganhänger) ohne ein sogenanntes Zugfahrzeug hingegen dürfen – außer auf entsprechend gekennzeichneten Parkplätzen – nicht länger als zwei Wochen an einer Stelle parken.

Die Einhaltung der Parkvorschriften wird von der Polizei im Rahmen der personellen Kapazitäten selbstverständlich auch überwacht. Die Straßenverkehrsbehörden haben grundsätzlich die Möglichkeit, die Benutzung von Straßen oder Straßenstrecken aus Gründen der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs zu beschränken oder zu verbieten. Verkehrsbeschränkungen und -verbote sind stets Einzelfallentscheidungen und sind auch nur zulässig, wenn die sachlichen Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall jedoch nicht gegeben. Von den in der Ackermannstraße abgestellten Fahrzeugen gehen weder Verkehrsgefährdungen noch -behinderungen aus.

Außerdem werden Anwohner wegen fehlender angrenzender Wohnbebauung durch das Parken nicht beeinträchtigt. Auch die Anordnung eines Parkverbots ist nicht zielführend. Eine solche Parkbeschränkung hat oft eine Verdrängung der größeren Fahrzeuge in die umliegenden, teilweise schmäleren, Wohnstraßen zur Folge, so dass sich eine entsprechende Einrichtung eher kontraproduktiv auswirkt.

Aus den dargelegten verkehrlichen und rechtlichen Gründen besteht daher leider nicht die Möglichkeit, das Parken der Wohnmobile und Anhänger in der Ackermannstraße zu unterbinden. Ich kann Ihnen aber versichern, dass die Polizei auch weiterhin die Einhaltung der Parkvorschriften überwachen wird.“

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