Christopher Street Day in München

„Ein Polizist hat mich gehauen“ - Abgeordnete bei Parade verletzt

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Politik-Ärger bei der Parade: Die Polizei hat beim Christopher Street Day am Samstag zwei Mal eingreifen müssen.

Beim Christopher Street Day in München ist die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm offenbar in eine Rangelei geraten und verletzt worden. 

München - Politik-Ärger bei der Parade: Die Polizei hat beim Christopher Street Day am Samstag zwei Mal eingreifen müssen. Demonstranten hatten den Wagen der CSU blockiert. Bei einem anderen Vorfall will Landtagsabgeordnete Claudia Stamm (47, Mut) von einem Polizisten verletzt worden sein – das Landeskriminalamt ermittelt.

Christopher Street Day in München nur Harmonie?

Das Fest blieb ansonsten friedlich. Rund

16.000 Teilnehmer und 160.000 Zuschauer hat die Polizei gezählt

. Die Menschen haben laut und bunt gegen die Ausgrenzung von Minderheiten aller Art Stimmung gemacht. Wir haben mit Teilnehmern gesprochen und schildern die beiden Vorfälle, die sich am Rand der Parade ereignet haben.

„Ein Polizist hat mich gehauen“

Prügel-Parade? Die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm (früher Grüne, mittlerweile Mut) soll von einem Polizisten verletzt worden sein. Laut Mitteilung der Polizei seien Beamte von einer Gruppe Autonomer beleidigt worden. Bei dem Versuch, die Identität der Personen festzustellen, sei es am Marienplatz zu einer Rangelei gekommen, später zu einer weiteren. Gegen fünf Personen wird wegen Körperverletzung, Widerstands, Gefangenenbefreiung sowie Beleidigung ermittelt. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen, eine Person wurde aufgrund ihrer Aggressivität in Sicherheitsgewahrsam genommen.

Landtagsabgeordnete Claudia Stamm (Mut) erhebt Vorwürfe gegen die Münchner Polizei.

Vorwürfe von Landtagsabgeordneter Claudia Stamm (Mut) 

In einer Stellungnahme Stamms heißt es: „Als ich am Zaun des Backstage-Bereichs vorbeiging, habe ich einen für mich empfundenen massiven Polizeieingriff wahrgenommen.“ Die Aussage der Polizisten, dass Beleidigungen der Auslöser des Einsatzes waren, habe Stamm nicht hinnehmen wollen. „Als Abgeordnete wollte ich den Eingriff beobachten. Die Kette der Polizei wollte mich nicht durchlassen. Ich sagte daraufhin, dass es meine Aufgabe sei, die Exekutive zu kontrollieren, und ich den Eingriff zumindest sehen möchte, und versuchte, hinter die Polizisten zu gehen, damit mir dies möglich ist. Daraufhin wurde ich von einem Polizisten in die Gegend der unteren Rippen ,gehauen‘ und massiv am Arm festgehalten.“ Wie in solchen Fällen üblich, hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen aufgenommen.

Demo gegen die Asylpolitik der CSU

Protest-Parade! Der Wagen der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) ist beim Umzug blockiert worden. Etwa 30 Demonstranten, darunter viele Mitglieder der Grünen Jugend, setzten sich nahe des Alten Rathauses auf die Straße. Auf einem Transparent war zu lesen: „Eure Asylpolitik tötet – tut was!“

„Es ist doch absurd, wenn man mit einer Organisation für Menschenrechte demonstriert, die das grundlegendste Recht, nämlich die Rettung vor dem Tod, nicht anerkennt“, sagt Grünen-Stadtrat und Fraktionsvize Dominik Krause, der sich an der Sitzblockade beteiligt und auch auf der Bühne gesprochen hatte.

Etwa 30 Demonstranten blockierten den Wagen der CSU und kritisierten deren Asylpolitik.

Dort hatte sich auch Stadtrat und Fraktionsvize Hans Theiss von der CSU geäußert, war stellenweise ausgebuht worden. „Ich finde, mit der Blockade wurde eine Grenze überschritten“, sagte Theiss. „Besonders absurd ist es für mich, dass gerade auf dem CSD, wo Toleranz zurecht groß geschrieben wird, durch solche Aktionen der Versuch gemacht wird, Leute mit einem anderen politischen Hintergrund zu stigmatisieren. Toleranz ist aber keine Einbahnstraße.“ Die LSU sei genauso engagiert und glaubwürdig in ihrem Einsatz für Gleichberechtigung wie alle anderen Teilnehmer des CSD auch. Beim Eintreffen der Polizei löste sich die Sitzdemo von selbst auf.

Demo gegen die Asylpolitik der CSU auf dem CSD in München. 

Lesen Sie auch: „Weiß-Blau-Braun“ - SPD und Grüne nutzen CSD für Generalabrechnung mit CSU-Politik

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

Judith Kohnle/Sascha Karowski

 

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