Aktion "G'scheid radln" - die Bilanz

Polizei zieht über 15.000 Radler aus dem Verkehr

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Drei ­Beamte stoppen kurz an der Uni zwei Radlerinnen

München - In die falsche Richtung gefahren, die rote Ampel missachtet oder Mängel am Drahtesel - das sind die häufigsten Vergehen der Radler in München. Die Aktion "G'scheid radln" bringt der Polizei aber noch mehr Erkenntnisse:

Halt, Polizei! Bei der Sicherheitskampagne „G’scheid radln – aufeinander achten“ haben die Münchner Beamten heuer exakt 37.237 Radler, Fußgänger und Autofahrer gestoppt. Während der beiden zwei- und dreiwöchigen Schwerpunkt-Aktionen im Juni und September beanstandeten die Polizisten mehr als 24.000 Verkehrsteilnehmer. Das heißt: Knapp zwei Drittel aller Kontrollierten fuhren oder gingen bei Rot über die Ampel, waren als Geisterradler unterwegs, parkten auf Gehwegen oder blinkten nicht beim Abbiegen! „Überwiegend sind wir mit dem Verhalten der Verkehrsteilnehmer aber zufrieden“, sagt Polizeivizepräsident Robert Kopp, der gestern eine Bilanz der „G’scheid radln“-Kampagne zog. „Insgesamt sind in den vergangenen drei Jahren die Unfälle mit Radlern zurückgegangen.“ Die Zahlen im Einzelnen:

15.635 Radler kurzzeitig aus dem Verkehr gezogen

  • Heuer wurden 15.635 Radler (zumindest kurzzeitig) aus dem Verkehr gezogen. Häufigste Sünden: Fahren in falscher Fahrtrichtung, Rotlichtmissachtung und Ausrüstungsmängel.
  • Die mehrwöchigen Kontrollaktionen seit 2011 zeigen offenbar Wirkung. Die Zahl der Radl-Unfälle ist um 7,7 Prozent zurückgegangen. Die Zahl aller Verkehrsunfälle hat in diesem Zeitraum sogar um fast neun Prozent abgenommen.
  • Im Verlauf der gesamten Kampagne wurden seit 2011 insgesamt 83 „Unbelehrbaren“ (47 Autofahrer, 27 Radler und 8 Fußgänger) eine Vorladung zum Verkehrsunterricht zugestellt.

375 Radler besoffen am Lenker erwischt

  • Geschnappt: Exakt 522 Radldiebe gingen den Beamten während der Kontrollen in den vergangenen drei Jahren ins Netz. Darüber freuten sich vor allem die Eigentümer der Radl, soweit diese den Diebstahl gemeldet hatten.
  • Weniger erfreulich ist diese Zahl: 375 Radler wurden wegen Trunkenheit am Lenker aus dem Verkehr gezogen. Sie müssen mit einem Strafverfahren rechnen, da sie entweder den Grenzwert von 1,6 Promille überschritten hatten oder Ausfallerscheinungen zeigten.
  • Insgesamt sind die Alkoholunfälle aller Verkehrsteilnehmer jedoch gesunken: von 119 im Jahr 2011 (Januar bis September) auf 62 in diesem Jahr. „Deshalb werden wir die Kampagne auch in Zukunft durchführen“, kündigt Polizeivizepräsident Robert Kopp an.

JAM

Diese Radlerin starb am Petuelring

Biologin Dr. Beatrix N. starb mit 53 Jahren

Das Drama passierte nur wenige hundert Meter von ihrer Haustür entfernt: Im September verlor Biologin Dr. Beatrix N. (53) in Milbertshofen ihr Leben, als ein Lkw-Fahrer (32) die Radlerin beim Rechtsabbiegen übersah. Dabei hatte der Brummi-Fahrer, der vom Petuelring kommend nach rechts in die Knorrstraße abbiegen wollte, zunächst alles richtig gemacht: Er ließ einen an der Ampel wartenden Rollstuhlfahrer passieren, dann noch einen Jogger. Erst dann war der 32-Jährige losgefahren. Beatrix N. auf ihrem Radl sah er in diesem Moment jedoch nicht. Sie geriet unter die Räder und starb an den Verletzungen.

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Beatrix N. (53) wohnte nahe der Unglückstelle

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